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‚Russlanddeutsche‘, das ist heute in Deutschland der umgangssprachliche Name für die Deutschen, die früher nach Russland ausgewandert sind und später, meist erst Generationen später, zurückkehrten.

Die Herkunft des Wortes ‚Russlanddeutsche‘ ist nicht bekannt. In der Geschichte haben die Russlanddeutschen unterschiedliche Namen gehabt: Die städtischen Deutschen wurden im 15. Jahrhundert in der Moskauer Rus‘ ‚Ausländer‘ (russ. – ‚inozemcy‘) genannt - genauso wie Italiener oder Franzosen. Im Russischen Reich wurden sie ‚nemcy‘ genannt, was heute meist mit ‚Deutschrussen‘ übersetzt wird.

Die ländliche deutsche Bevölkerung wurde von den russischen Kaisern eingeladen und kam von 1763 bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts nach Russland. Sie wurden rechtlich als ‚Kolonisten‘ bezeichnet. Mit dem Erlass vom 4. Juni 1871 verloren die Deutschen ihren Kolonistenstatus. Sie wurden zu ‚Siedler-Eigentümern‘. In der Literatur bis 1914 findet man die Bezeichnung ‚Kolonist‘, neben dem Begriff ‚nemec‘, aber noch häufig.

Nach der Gründung der UdSSR (30.12.1922 - 21.12.1991) und der Weimarer Republik in Deutschland (9.11.1918 - 30.01.1933), gab es neue Begriffe für die Deutschen in Russland. In der Statistik 1926 wurden sie als „Deutsche“ geführt (Völkerzählung von 1926 in der UdSSR siehe ).

Während der ersten Konferenz Deutscher Schriftsteller in der Sowjetunion berichtete die Zeitung „Literaturnaja gazeta“ über ‚Sowjetisch-Deutsche‘ („Literaturnaja Gazeta“. 24, 26,28 März, 1934). Schon 1930 bildete sich die deutsche Abteilung des „Allukrainischen Verbandes der proletarischen Bauern- (Kollektivisten-)Schriftsteller“ in Charkow, die 1931 eine „Sammlung sowjetdeutscher Dichtung“ veröffentlichte.

Die Deutschen in der Sowjetunion benannten sich selbst bis in die Spätsowjetzeit immer öfter in der Öffentlichkeit als ‚Sowjetdeutsche‘. Waren sie unter sich, waren sie ‚Deutsche‘ (russ. – ‚nemec‘) und so stand es auch im Pass.

In Deutschland finden wir bei dem Pastor Johannes Schleuning, der 1918 nach Deutschland übersiedelte und sich sehr stark für Deutsche aus Russland einsetzte, den Begriff ‚Russlanddeutschtum‘. (Johanes Schleuning, Die Deutschen in Sowjetrussland – Grenz- und Ausslanddeutschtum, Heft 24, [1927], S. 7, 10, 11.).

Seit 1930 gab es in Südamerika die erste Zeitung „Der Russlanddeutsche“. Dieser Begriff ‚Russlanddeutsche‘ wurde dann auch von der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland e. V. (gegründet 1950) in seinen Veröffentlichungen („Volk auf dem Weg“, Heimatbücher) übernommen.

Eine kritische wissenschaftliche Diskussion über eine Bezeichnung für die Deutschen in und aus Russland entstand in der Bundesrepublik in der zweiten Hälfte der 1980er Jahren (Andreas Kappeler, Boris Meissner, Gerhard Simon (Hrsg.), Die Deutschen im Russischen Reich und im Sowjetstaat – Köln: Markus, 1987. S. 7, 46, 93, 115-118).

Nach dem Zerfall der UdSSR benutzten die Deutschen in den Ländern der ehemaligen Sowjetunion immer öfter den Begriff ‚Russlanddeutsche‘, um ihre Zugehörigkeit zu definieren. So wurde klar: Der einfachste Begriff ist für Alltagssprache und Wissenschaft der beste.



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