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Museumsverein

Der im Februar 2002 gegründete Museumsverein übernimmt die Trägerfunktion des Museums für russlanddeutsche Kulturgeschichte, die bislang vom Christlichen Schulverein Lippe e.V. ausgeübt wurde...

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Zwangsarbeit 1941-1945 in der SU
 Am 5. Oktober ist die Eröffnung der Ausstellung im Museum für russlanddeutsche Kulturgeschichte dem Thema „Zwangsarbeit in der Sowjetunion 1941-1945“ gewidmet. Nach vielen Jahren des Verschweigens sind endlich die Befehle des Staatlichen Verteidigungskomitees der UdSSR von den Jahren 1941-1946 veröffentlicht worden (sie waren damals dort alle unter dem Begriff: „Streng geheim“ herausgelassen). Jetzt sind es über 60 Jahre her, daß die deutsche Männer und Frauen in der ehemaligen UdSSR in die Arbeitskolonne einbezogen waren und über 50 Jahren sind vergangen nach diesem Ereignis, aber bis heute noch wird darüber in der ehemaliger UdSSR kaum gesprochen. Viele von den mobilisierten Deutschen von 1942-1944 sind ins Märtyrer Tod gegangen. Diese Ausstellung soll an allen nicht Überlebenden und den Überlebenden Deutschen, die in den GULags während des Krieges waren, erinnern.

Kurzfassung der Geschichte der Trudarmee:

Die erste Welle von mobilisierten Deutschen war nach dem Beschluß des ZK der WKP (b) vom 31. August 1941 „Über die Deutschen, die auf dem Territorium der Ukrainischen SSR leben“ herausgerufen. Zur Mobilisierung gehörten Männer in dem Einberufungsalter. Von diesen Deutschen wurden 13 Bautruppen geformt mit insgesamt 18.600 Männern und in vier GULAG-Objekte der NKVD  verschickt: Iwdel’lag, Solikambumstroj, Kimpersajlag und Bogoslowstroj. Gleichzeitig wurden nach dem Beschluss des Staatlichen Verteidigungskomitees der UdSSR vom 8. September 1941 Armeeangehörige deutscher Volkszugehörigkeit in Bautruppen versetzt. Zum 1. Januar 1942 befanden sich in der Trudarmee insgesamt 20.800 Deutsche. Nach den Beschlüssen des Staatlichen Verteidigungskomitees vom Januar 1942 bis Oktober 1942 wurden alle deutsche Männer von 17 bis 50 Jahre in die Arbeitskolonnen mobilisiert. Zuerst die deportierte Männer, dann aber auch die Ansässige. Die Mobilisierten waren den GULAGen und Bauten des NKVD zugewiesen. Insgesamt waren in diese Zeit 92.961 Deutsche Männer mobilisiert.

 

 

Vom Oktober 1942 hat die massivste Mobilisierung der Deutschen in die Arbeitskolonnen stattgefunden. Nach dem Beschluß vom 7. Oktober waren nicht nur Männer, sondern auch Frauen in die Trudarmee einbezogen. Seit jetzt waren die Arbeitskolonnen nicht nur für  die GULAGen und Bauten der NKVD (Volkskomissariat des Innere) formiert, sondern auch für die Anderen Volkskomissariaten, wie z. B. für die Öl- und Kohlenindustrie, Munition und Bauwesen. Insgesamt waren die Mobilisierten in 34 Volkskomissariaten tätig.

Von den insgesamt einberufenen 123.522 Deutschen waren 70.780 Männer und 52.742 Frauen. Auch nach diesem Beschluß gab es noch Einberufungen. Im großen ganzen bis dem Jahr 1944 waren in die Trudarmee so ca. 382.848 Deutsche mobilisiert. Die Trupps der mobilisierten Deutschen wurden beim Bau von Industrieanlagen, Bahnllinien, Straßen und Kanälen sowie im Bergbau eingesetzt. Einsatzorte waren Solikamsk, Sverdlovsk, Niznij Tagil, Ivdelj, Vorkuta, Tscheljabinsk, Kemerovo, Aktjubinsk, Karaganda, Dshezkasgan usw.

 

 

Am 13. August 1946 wurde ihre Zahl vom Leiter der Sondersiedlungsverwaltung mit 278 184 Personen angegeben. Darin waren die bis dahin Verstorbenen und entlassenen nicht mehr enthalten. Man kann davon ausgehen, daß jeder vierte Deutsche (die Kinder mit eingerechnet) in der Arbeitsarmee war. Die Lebens- und Arbeitsbedingungen waren äußerst hart. Bis 12-14 Stunden pro Tag arbeiten. Die ohnehin unzureichenden Lebensmitelrationen wurden durch Diebstähle des Lagerpersonals vielfach noch kleiner. Krankheiten und unzählige Betriebsunfälle haben bei Zehntausenden zum Tode geführt. Die Schilderungen der Überlebenden über die Zustände in der Arbeitsarmee und über die Behandlung der Deutschen vor Ort sind schockierend.

 

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