| Seit dem 9. Jahrhundert | Die erste Deutsche in der Kiever Russ bekannt |
| 11-12. Jahrhundert | zahlreiche Eheschließungen zwischen Rurikiden und Angehörigen deutscher Geschlechter. Handel zwischen Regensburg und Kiev |
| 2. Hälfte des 12.Jh. | Gründung des Hansekontors in Novgorod |
| 1430er | Norddeutsche Baumeister errichteten zusammen mit den russischen Meistern im Novgoroder Kreml ein Palas |
| 1558-1583 | Krieg zwischen Russland und Livonischen Orden |
| 1570er | Gründung der Deutschen Siedlungen in Moskau |
| 1576 | die erste lutherische St. Michael Kirche wird in Moskau gebaut. |
| Anfang 17. Jahrhundert | Deutsche Siedlung in Nishnij Novgorod |
| Ende 1630er | Die erste Glasfabrik in Moskau-Duchanino von Hans Falk gegründet |
| 1652 | Endgültige Errichtung der "Deutschen Vorstadt" ("Nemezkaja sloboda") in Moskau |
| 1672 | Erste Theateraufführung in der Sommerresidenz des Zaren durch Söhne deutscher Offiziere unter der Leitung des lutherischen Seelsorgers Johann Gottfried Gregorii |
| 1684 | deutscher Gasthof in Archangels eingeweiht |
| 27. November 1701 | Erster Privilegbrief von Peter I. an den Apotheker Johann-Gottfried Gregorius in Moskau |
| 16. April 1702 | Erster Berufungsmanifest für ausländische Fachkräfte von Peter I. erlassen, daß die Glaubenfreiheit für alle ausländische Christen versicherte |
| 1720 | Lutherische Gemeinden in St.Petersburg und Jekaterinburg gegründet |
| 1724 | Akademie der Wissenschaft in Petersburg gegründet, wo von 111 Mitglieder 67 Deutsche waren. |
| 1727 | In der neuen russischen Hauptstadt St. Petersburg erscheint die erste deutsche Zeitung, die spätere "St. Petersburger Zeitung" (verboten 1916) |
| 1735 | Gründung der St. Annenschule zu St. Petersburg |
| 22.07.1763 | Einladungsmanifest der Zarin Katharina II., v.a. an Handwerker und Ackerbauern. Es beginnt die Zeit der Masseneinwanderung deutscher und anderer Ausländer. Kanzlei der Vormundschaft der Ausländer, bzw. Vormundschaftskanzlei mit Sitz in St. Petersburg geschaffen |
| 1764-1773 | An der Wolga werden 104 deutsche Siedlungen (Kolonien) angelegt, 45 auf der Bergseite (rechtes Wolgaufer) und 59 auf der Wiesenseite; 66 Kolonien sind lutherisch, 38 katholisch. In Saratow konstituiert sich eine evangelische Gemeinde |
| 1765 | Gründung der Herrnhuter Kolonie Sarepta (heute Teil von Wolgograd); im Umkreis von St. Petersburg entstehen die "Nördlichen Kolonien" und bei Kiew die Belowescher Kolonien |
| 1789 | In Chortitza und Rosental am Dnjepr entstehen die ersten Kolonien der Mennoniten in der Südukraine |
| 1798-1818 | Samuel Christopher Kontenius ist Hauptrichter im Vormundschaftskontor in Neurussland. Unter seiner Leitung wurden über 80 deutsche Siedlungen gegründet. |
| 1800 | Gnadenprivileg Paul I. für die Mennoniten |
| 1802-1806 | Erste Weltumsegelung von Adam Johann von Krusenstern |
| 1804-1824 | Württemberger, Pfälzer, Badener und Elsässer folgen dem Einladungsmanifest Alexanders I. (1804) zur Ansiedlung am Schwarzen Meer (Neurußland, Bessarabien, die Krim) |
| 1814-1856 | Hat Karl-Robert Nesselrode das Außenministerium in Russland bekleidet. |
| 1817-1818 | Einwanderung von Württemberger Separatisten in den Transkaukasus |
| 1818 | Odessaer Konsistorialbezirk gegründet, der alle Evangelischen im Schwarzmeergebiet erfasste |
| 1819 | Gründung des Saratover Konsistorialbezirks |
| 1819-1821 | Fabian von Bellingshausen und M. P. Lazarew entdecken die Antarksis während der Umweltsegelung |
| 1822 | Gründung der ersten weiterführenden Bildungsanstalt (Zentralschule) für Kolonisten in Ohrloff, Taurien |
| 1830 | Johann Cornies (1789-1848) wird Vorsitzende des Vereins zur Erhöhung der Landwirtschaft und Gewerbetreibung |
| 28. Dezember 1832 | Gesetz über die Evangelisch-lutherische Kirche in Russland. Generalkonsistorium mit einem weltlichen Vorsitzenden und geistlichen Stellvertreter (Generalsuperintendant) gegründet, das an der Spitze der Ev-luth. Kirche stand..Es gab in Russland acht Konsistorialbezirke: in Petersburg und Moskau á eine und 6 im Baltukum. |
| 1833 | Heinrich F. E. von Lenz hat die sogenannte Lenzsche Regel erfunden |
| 1839 | Sternwarte Pulkowo von Friedrich Georg Struve gegründet, die zur "astronomischen Hauptstadt" Russlands wurde. |
| 1839-1883 | Bau der Christus-Erlöser-Kathedrale in Moskau vom Architekt Konstantin Thon. Juni 1841 Jakob Becker gründet seine berühmte Klavirfabrik in St. Petesburg |
| 1844 | Doktor Friedrich J. Haass öffnet ein Krankenhaus für die Asylanten in Moskau |
| 1845 | Gründung der Konditorei "Einem" in Moskau |
| 1848 | Gründung des katholischen Bistums Tiraspol mit Sitz in Saratow |
| 1850 | Mit der Eröffnung der Gießerei in Chortiza, Südrussland, von Peter Lepp wurde er der Gründer der Landwirtschaftlichen Maschinenindustrie in Südrussland |
| 1853-1856 | Deutsche Siedler unterstützen die russischen Truppenteile im Krimkrieg tatkräftig bei der Versorgung und Krankenpflege |
| 1854 | Gründung der Pflugfablrik von Johann Höhn in Odessa |
| 1861 | In Rußland wird die Leibeigenschaft aufgehoben |
| 1863 | Gründung der "Odessaer Zeitung" (1914 verborten). Deutsche Einwanderer aus Schlesien und Polen gehen als Siedler nach Wolhynien |
| 1863-1866 | Veröffentlichung des 4bändiges Bedeutungswörterbuches der Russischer Sprache von Wladimir Dall. |
| 1864 | Für seinen Unternehmen wird Heinrich Schliemann zum Ehrenbürger St. Peterburgs ernannt. Eine Bär-Stiftung für Naturwissenschaftler eröffnet, die im Namen des Naturforschers Karl Ernst von Bär benannt wurde |
| 1871 | Aufhebung der staatlichen Sonderverwaltung der Kolonisten. Sie werden nun als "Siedler-Eigentümer" ein Teil des russischen Bauernstandes. Deutsche Dörfer und Landkreise behalten die innere Selbstverwaltung, unterstehen jedoch seither der allgemeinen Verwaltung auf Gouvernements- und Bezirksebene |
| 1874 | Einführung der allgemeinen Wehrpflicht. Erste Auswanderungswelle nach Übersee |
| 1881 | Alfred von Wakano und M. Faber bauen die berühmte Brauerei an der Wolga in Samara. A. von Wakano wurde als Bierkönig der Wolgaregion genannt. |
| 1882-1914 | Gründung zahlreicher Tochtersiedlungen in Turkestan, in der kasachischer Steppe, in Sibirien und Südural |
| 1887 | Erlaß über die Begrenzung des Grundbesitzes für Ausländer in den russischen Westgouvernements |
| 1893 | Gründung des ersten Hebameinstituts in St.Petersburg von Prof. D. O. Ott. Jetzt - Institut für Ginekologie und Hebamenwesen der Russischen Akademie für Medizin des Namen D. O. Ott in St. Petersburg. |
| 1895 | Verbot der Vergabe von Krediten der Bauernbodenbank an deutsche Siedler-Eigentümer |
| 1897 | Zwangsrussifizierung: abrupte Umstellung in deutschen Dorfschulen auf den Unterricht der meisten Fächer in russischer Sprache. Nach 1907 teilweise zurückgenommen. Geldreform von Sergej Witte, Finanzminister in Russland durchfeführt. Erste vollständige Volkszählung im Russischen Reich |
| 1898 | Gründung der größten AG russischer Elektrotechnikbetrieben "Siemens und Halske" in St. Petersburg |
| 1905 | Erste russische Revolution, Unruhen und Aufstände auf dem Lande und in den Städten. 17.Oktober: Zar Nikolaus II. verkündet die Einführung einer gesetzgebenden Reichsduma und die Gewährung bürgerlicher Grundrechte |
| 1906 | Gründung der "Saratower Deutschen Zeitung", 1914 verboten und 1917/1918 kurzzeitig wieder erschienen |
| 1914 | Nach Ausbruch des 1. Weltkrieges wurden die 2,5 Millionen Deutsche zahlreichen Restriktionen unterzogen, obwohl ca. 300.000 von ihnen in der russischen Armee Dienst leisteten. 18. August: die Hauptstadt St. Petersburg wird in Petrograd umbenannt |
| 1915 | "Liquidationsgesetze". Deutscher Landbesitz soll in einem 150 tiefen Grenzstreifen zwangsveräußert und russischen Bauern gegeben werden. Die Militärverwaltung ordnet Deportationen der Deutschen aus den frontnahen Gouvernements ins Landesinnere an; v.a. die Deutschbalten und Wohlynier sind davon betroffen. 26.-29. Mai: Antideutscher Pogrom in Moskau mit mehreren Toten und Verwundeten |
| 1917 | Liquidationsgesetzgebung soll sich praktisch auf das ganze Land erschrecken Ab dem 27. Februar 1917 Bürgerlich-demokratische Revolution stoppt weitere Zwangsaussiedlungen und -enteignungen. Kongresse der Rußlanddeutschen in Moskau, Saratow, Warenburg/Wolga, Slawgorod/Sibirien und Odessa. |
| 25. Oktober 1917 | "Oktoberrevolution", Machtergreifung der Bolschewiki |
| 3.3.1918 | Frieden von Brest-Litowsk mit gegenseitiger Repatriierungsklausel für russischstämmige Bürger in Deutschland bzw. deutschstämmige Bürger in Rußland |
| 19.10.1918 | Der Rat der Volkskommissare genehmigt per Dekret die Errichtung der Gebietsautonomie (Arbeitskommune) der Wolgadeutschen |
| 1919 | Juli-August: bewaffnete Erhebung der deutschen Bauernschaft in Großliebental, Kreis Odessa gegen bolschewistischen Lebensmitteleintreibungen und Mobilisierungen. Oktober-Dezember: Plünderungen, Brandschatzungen, Raub, Verwüstungen, Vergewaltigungen und mehrere hundert Morde gehen auf das Konto der Banden des Anarchisten Machno, insbesondere in den Mennoniten-Siedlungen der Südukraine |
| 1921 | Auf Revolution und Bürgerkrieg folgt in Rußland eine große Hungersnot, verursacht in erster Linie durch falsche Wirtschaftspolitik mit ihren rucksichtslosen Nahrungsmitteleintrei- bungen, von denen die deutschen Dörfer an der Wolga und im Süden des Landes hart getroffen werden. März-April: Hungeraufstände in mehreren wolgadeutschen Dörfern, die brutal niedergeschlagen wurden. März: Unter dem Eindruck der landesweiten Unruhen und Bauernaufstände beschließt die Sowjetführung einen Übergang zur "Neuen Ökonomischen Politik" (NÖP, 1921-1928) |
| 1923 | Gründung der Allrussischen Mennonitischen Landwirtschaftsgesellschaft (aufgelöst 1928) |
| 20.2.1924 | Aufwertung des autonomen Gebiets zur Autonomen Sozialistischen Sowjetrepublik der Wolgadeutschen (ASSRdWD) mit Pokrowsk, dem späteren Engels, als Hauptstadt |
| 1926 | Laut Volkszählung leben in der Sowjetunion 1.238.549 Deutsche, davon in der Ukraine 393.924, in der ASSRdWD 379.630, auf der Krim 43.631 usw. In Moskau erscheint die "Deutsche Zentralzeitung" (DZZ), die bis 1939 existiert |
| 1928 | Beginn der Zwangskollektivierung der selbständigen Bauernwirtschaften, verbunden mit der restlosen Enteignung der wohlhabenden Bauern ("Kulaken") und ihrer Verbannung nach Kasachstan und in den Hohen Norden |
| 1929 | Als Protest gegen Enteignungen und religiöse Verfolgungen brechen im November und Dezember an die 14.000 Deutsche mit ihren Familien nach Moskau auf. Sie forderten eine freie Ausreise aus dem Land. Insgesamt gelang es 5.671 von ihnen über Deutschland nach Amerika auszuwandern |
| 6.1.1930 | Offizielle Eröffnung der ersten Hochschule mit deutscher Unterrichtsprache, des "Deutschen Pädagogischen Instituts" in Engels |
| 1933-34 | Zweite große Hungersnot an der Wolga, in Kasachstan und in der Ukraine; eine Folge der überstürzten Kollektivierung, die besonders die Landbevölkerung trifft. |
| 1936 | Nach einem Regierungsbeschluß über die Aussiedlung von 15.000 polnischen und deutschen Haushalten aus der Ukraine wurden 69.283 Personen aus den Grenzgebieten nach Kasachstan verbannt; Polen machten dabei mit etwa 75,0% das Groß der Zwangsausgesiedelten aus. 5. Dezember: Annahme der so genannten Stalinschen Verfassung, die direkte oder indirekte Beschränkung der Rechte von Personen aufgrund ihrer Volkszugehörigkeit oder Propagierung von Nationalitätenhaß unter Strafe stellt |
| 1937-1938 | Die sowjetische politische Strafjustiz verurteilte in diesen zwei Jahren 1.345.000 Personen, von denen 681.692 erschossen wurden. Nach der bislang veröffentlichten Opferlisten und Schätzung der russischen Menschenrechtsorganisation "Memorial" kostete der "Große Terror" etwa 55.000 Deutschen das Leben 12 Dezember 1937: neun Wolgadeutsche in den Obersten Sowjet der UdSSR, dieses "oberste Organ der Staatsgewalt", gewählt |
| 1939 | Die Anfang des Jahres durchgeführte Volkszählung registrierte in der UdSSR 1.427.232 Deutsche oder 0,8% der Gesamtbevölkerung des Landes |
| 1939-1940 | Aufgrund der geheimen Absprache der beiden Diktatoren Stalin und Hitler annektierte die Sowjetunion Bessarabien (gehörte zu Rumänien), die Westukraine und Westweißrußland (zu Polen) sowie die unabhängigen baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen. Die dort ansässige deutsche Minderheit votiert in überwiegender Mehrheit für Deutschland ("Vertragsumsiedler") |
| 1941 | 22. Juni: Angriff von NS-Deutschland auf die Sowjetunion. 28. August: Verabschiedung des Erlasses über die Aussiedlung der Deutschen aus den Wolgaregionen. Damit legalisiert das Präsidium des Obersten Sowjets der UdSSR die Deportation seiner deutschen Bürger, die zu dieser Zeit bereits voll im Gange ist. Auflösung und Liquidierung aller kulturellen Institutionen: deutschen Museen, Bibliotheken, Theater, Zeitungen, Verlage… Schließung oder Umprofilierung von Bildungsstätten, Verbot des Unterrichts in deutscher Sprache. 7. September: Territorium der ASSR der Wolgadeutschen geht an das Gebiet Saratow und Stalingrad |
| 1942 | Durch Geheime Beschlüsse des Staatlichen Verteidigungskomitees vom 10 Januar, 14. Februar und 7. Oktober wurden im Laufe des Krieges ca. 350 000 rußlanddeutsche Jugendlichen, Frauen und Männer zur Zwangsarbeit mobilisiert |
| 1943-1944 | Etwa 340.000 Schwarzmeerdeutsche, die in den nationalsozialistischen Herrschaftsbereich gerieten, werden beim Rückzug der Wehrmacht in Warthegau angesiedelt und erhalten die deutsche Staatsbürgerschaft ("Administrativumsiedler"). Eine Reihe von Völkern: Tschetschenen, Kalmücken, Krimtataren u.a. werden kollektiv des Vaterlandsverrats beschuldigt und nach Sibirien und Zentralasien deportiert |
| 1945 | 8. Januar: Regierungsverordnung über die Rechtsstellung der Deutschen und anderen deportierten Völker. Einrichtung von Sonderkommandanturen zur besseren Kontrolle der Sondersiedler 8. (9.) Mai: Bedingungslose Kapitulation des Deutschen Reiches. Zwangsrepatriirung von ca. 210 000 "Administrativumsiedler" |
| 26.11.1948 | Verschärfung der Bedingungen für Deutsche und andere Sondersiedler durch ein Dekret, das die Verbannung "auf ewig" festschreibt und für unerlaubtes Verlassen des Aufenthaltsortes 20 Jahre Strafarbeit vorsieht und auch verhängt |
| 5.3.1953 | Stalins Tod. Vorsichtige Liberalisierung der sowjetischen Gesellschaft, beginnende Rehabilitierung der Opfer politischer Justiz, schrittweise Verbesserung der Lage der deportierten Völker |
| 5.7.1954 | Regierungsbeschluß "Über die Aufhebung einiger Einschränkungen in der Rechtsstellung der Sondersiedler" |
| 1955 | 22. Februar: Bundesrepublik Deutschland erkennt Einbürgerungen aus der Kriegszeit an. 9.-13. September: Besuch von Bundeskanzler Konrad Adenauer in Moskau. Aufnahme diplomatischer Beziehungen. 13. Dezember: Erlaß über die Aufhebung der Einschränkungen in der Rechtstellung der deutschen Sondersiedler und ihre Befreiung von der Kommandanturaufsicht |
| 1957 | Die Wiederherstellung der autonomen Gebiete und Republiken der Tschetschenen, Kalmücken, Balkaren, Karatschaen und Inguschen führt zur offiziellen Beseitigung des Verratsvorwurfes, bringt eine begrenzte materielle Entschädigung mit sich und bewirkt ein gewisses sprachlichkulturelles und soziales Fortkommen dieser Völker. Dagegen verweigert man den Deutschen (und Krimtataren) jegliche substantielle Wiedergutmachung. In Moskau erscheint die überregionale deutschsprachige Zeitung "Neues Leben" |
| 6.4.1958 | Deutsch-sowjetische Übereinkunft über die Zusammenarbeit des Roten Kreuzes eröffnet Perspektiven für die Familienzusammenführung |
| 29.08.1964 | Aufgrund zahlreicher Protestbriefe und Eingaben erschein ein Dekret über Teilrehabilitierung der Rußlanddeutschen. |
| 1965 | Zwei Abordnungen der Rußlanddeutschen reisten nach Moskau und versuchten vergeblich, eine Wiederherstellung der deutschen Autonomie an der Wolga zu erreichen. Enttäuschung und verstärkter Wunsch, in die Bundesrepublik Deutschland auszuwandern, um dort Glaubens- und Gewissensfreiheit, rechtliche Gleichheit und erhoffte sprachlich-kulturelle Umgebung zu finden. |
| 1970 | In der Sowjetunion leben laut Volkszählung 1.846.317 Deutsche. 66,8% von ihnen geben Deutsch als Muttersprache an; nur 342 Rußlanddeutsche dürfen ausreisen. 12. August: Moskauer Vertrag zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der UdSSR |
| 1971-1982 | Über 70.000 Rußlanddeutsche profitieren von der Ost-West-Entspannung. Sie dürfen nach Deutschland ausreisen |
| 3.11.1972 | Rußlanddeutschen, Griechen sowie Bulgaren und Armeniern von der Krim wird per Ukas zugesagt, daß sie wieder frei ihren Wohnsitz wählen können |
| 30.09.1973 | In Karaganda, Kasachstan demonstrieren etwa 400 ausreisewillige Deutscher, die mit Gewalt auseinander getrieben werden |
| 1979 | Scheinversuch der Einrichtung eines deutschen autonomen Gebiets im Norden Kasachstans |
| 26.12.1980 | In Temirtau, Kasachstan, wird ein deutschsprachiges Theater gegründet, das 1990 nach Alma-Ata umzieht und heute nur noch ein bescheidenes Dasein fristet, zumal die meisten Schauspieler nach Deutschland auswanderten |
| 28.12.1984 | Das Politbüro des ZK der KPdSU beschließt Maßnahmen gegen die "propagandistische Kampagne im Westen rund um die Lage der sowjetischen Bürger deutscher Nationalität in der UdSSR" |
| 1986 | Im Dezember fanden schwere ethnische Unruhen in der kasachischen Metropole Alma-Ata statt, die zum ersten Mal öffentlich zur Sprache kamen. Sie dienen als Ausgangspunkt für eine Auseinandersetzung mit zahlreichen ungelösten Nationalitätenproblemen des Landes, darunter auch der Frage der deutschen Minderheit |
| 1.1.1987 | Nach dem Inkrafttreten des neuen sowjetischen Gesetzes über die Ausreise und Einreise steigen die Aussiedlerzahlen und erreichen in den folgenden Jahren ungeahnte Ausmaße |
| 1989-1991 | Massive Proteste an der Wolga gegen die Rückkehr der Deutschen und die Wiederherstellung der autonomen Republik |
| 1989 | In der UdSSR gibt es laut Volkszählung 2.036.000 Deutsche; nur 48,7% von ihnen geben Deutsch als Muttersprache an. Im März wird in Moskau die Gesellschaft "Wiedergeburt" gegründet, die sich als erstes Ziel die Wiedererrichtung der deutschen Autonomie an der Wolga setzt. 14. November: Erklärung des Obersten Sowjets der UdSSR "Über die Bewertung der Repressionsakte gegen Völker, die gewaltsam umgesiedelt wurden, als ungesetzlich und verbrecherisch und über die Gewähr der Rechte dieser Völker" |
| 9.11.1990 | Ein Vertrag zwischen Deutschland und der UdSSR ermöglicht u.a. deutschen Sowjetbürgern die Pflege ihrer nationalen, sprachlichen und kulturellen Identität. Wird von Rußland als Rechtsnachfolgerin der UdSSR übernommen |
| 1991 | 24. April: Rußland erklärt mit dem Gesetz "Über die Rehabilitierung der repressierten Völker" die seinerzeitigen Repressalien gegen Rußlanddeutsche und andere Völker für gesetzwidrig und verbrecherisch. 1. Juli: In der Region Altai, Sibirien, wird der 1938 aufgelöste deutsche Landkreis Halbstadt wieder hergestellt |
| 1992 | 8. Januar - In einer Rede im Gebiet Saratow erteilte der amtierende Präsident der Rußländischen Föderation (RF), Boris Jelzin, den Autonomieplänen eine unmißverständliche Absage. 18. Februar - Erlaß des Präsidiums des Obersten Sowjets der RF über die Gründung des deutschen Landkreises Azowo im Gebiet Omsk, Sibirien. 21. Februar - Ukas "Über sofortige Maßnahmen zur Rehabilitation der Rußlanddeutschen", in dem ein deutscher nationaler Rayon im Gebiet Saratow und ein deutscher Landkreis im Gebiet Wolgograd vorgesehen sind. Diese Entscheidungen bleiben auf dem Papier |
| | von Dr. Viktor Krieger und Dr. Katharina Neufeld |