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Museumsverein

Der im Februar 2002 gegründete Museumsverein übernimmt die Trägerfunktion des Museums für russlanddeutsche Kulturgeschichte, die bislang vom Christlichen Schulverein Lippe e.V. ausgeübt wurde...

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Gewinn für Deutschland

"...Vor allem der politische und gesellschaftliche Wandel seit 1989 hat es ihnen und vielen Tausenden ermöglicht, nach Deutschland auszusiedeln. Sie sind aufgebrochen in das Land ihrer Vorfahren auf der Suche nach einer besseren Zukunft und einer neuen Heimat. Nicht all ihre Hoffnungen gingen in Erfüllung, und oft war und ist der Neuanfang in der fremden, neuen Heimat, mit vielen Problemen verbunden. Sprachschwierigkeiten, Arbeitslosigkeit und der Verlust tragender menschlicher Bindungen erschweren die Integration in unserem Land. Oft erscheint Ihnen auch die Kirche in Deutschland als fremd. Oft sind in unserer Gesellschaft und leider auch in unseren Kirchengemeinden die Hilfe und die Unterstützungsangebote nicht ausreichend, und manchen hier fällt es auch schwer, Ihre anderen Traditionen zu tolerieren. Alle Gemeinden im Bistum sind eingeladen mitzuhelfen, diese Fremdheit zu überwinden und durch praktische Hilfen ihre Integrationsbemühungen zu unterstützen..."

Mainz, den 13. Juni 1997
Dr. Karl Lehmann, Kardinal

Altersstruktur der in NRW am 31.12.1997 lebenden Deutschen, Nichtdeutschen und der im Jahre 1997 zugewanderten SpätaussiedlerInnen


Bemerkenswert ist:

  • In der deutschen Wohnbevölkerung ist jeder fünfte (19,5 %), in der ausländischen Wohnbevölkerung jeder vierte und unter den zugewanderten Spätaussiedlern sogar fast jeder dritte jünger als 18 Jahre.
  • Während in der deutschen Bevölkerung mehr als 16 % 65 Jahre und älter sind, zählen bei den Ausländern lediglich knapp 4 %, bei den Spätaussiedlern 7 % zu den Senioren /innen.
  • In der Gruppe der 1997 zugewanderten Spätaussiedler kommen auf einen Menschen, der älter als 65 Jahre ist, fast fünf junge Menschen, die noch nicht Erwerbsalter sind. Bei der ausländische Wohnbevölkerung beträgt das Verhältnis sogar eins zu sieben. In der Deutschen Wohnbevölkerung hingegen ist das Verhältnis fast bei 1 : 1 angekommen

Quelle: LDS-NRW, Landesstelle Unna-Massen, Ministerium für Arbeit und Soziales, Qualifikation und Technologie des Landes NRW

Arbeitslose Spätaussiedler

Am höchsten ist die Arbeitslosigkeit bei Aussiedlern und Spätaussiedlern in folgenden Gruppen:

  • 55- bis 65-jährige
  • weibliche Jugendliche und junge Erwachsene, die wichtigsten Ursachen sind mangelnde Sprachkenntnisse, kleine Kinder, keine oder keine abgeschlossene moderne Berufsausbildung
  • Frauen allgemein

Zusammengestellt von Dr. Daniel Dorsch, Berlin
Quelle: Bundesanstalt für Arbeit, Nürnberg, 2003

Arbeitslosenquoten

Quellen: Bundesanstalt für Arbeit, Nürnberg, 2003, und eigene Forschungsergebnisse von Dr. D. Dorscht auf der Basis von 280 bis 330 jährlich befragten Spätaussiedlern und Aussiedlern, die zwei Jahre und länger in Deutschland sind ("Volk auf dem Weg", 4/2003, S. 2)

Auswirkung der Aussielderzuwanderung auf die finanzielle Situation der Sozialversicherung in der Bundesrepublik

(Angaben in Milliarden DM. Bei einer maximalen Zuwanderung von 3,5 Millionen Menschen bis zum Jahr 2002)

Quelle: "Institut der Deutschen Wirtschaft", 1997; Volk auf dem Weg, Nr. 11, 1997, S. 16.

Kommentar: Würden die Aussiedler eine eigene Rentenversicherung gründen, wären ihre Rentner weit besser versorgt, als zur Zeit. Die Rente für Aussiedler liegt zur Zeit auf dem Niveau der Sozialhilfe.

Brückenfunktion der Russlanddeutschen in Deutschland

Auf den Spuren der Ahnen im Archiv in Zaporoshje, Ukraine war eine Russlanddeutsche Studiengruppe im Jahr 2002. Ein Gespräch mit dem Leitenden des Archivs wurde ohne Übersetzung in russischer Sprache geführt.
Die deutschen Minderheiten sind heute wieder Brückenbauer zwischen ihren Wohnländern und Deutschland. Seit 1988 wurde mit der Aussiedlerpolitik ein beachtliches Stück Friedens- und Verständigungspolitik für Europa geleistet (Dr. Horst Waffenschmidt).

Wer bin ich?

Auslanddeutscher,
Volksdeutscher,
Russlanddeutscher,
Sowjetdeutscher,
Deutschstämmiger Sowjetbürger,
Deutschrusse auch -
Was nocht?
Ach, was denn noch?
Doch, doch, ja noch:
Hier Aussiedler, da Umsiedler,
Emigrant und Einwanderer,
Verschleppter Häftling noch dazu,
Aus dem Gewahrsam fremden Staates schließlich freigegeben,
Russischer Bürger deutscher Zunge,
Ein fremder Deutscher,
Vertriebener und Flüchtling -
Ausgewiesen, eingewiesen - integriert und angepaßt!
Was will man denn von mir?
Was macht man hier mit mir?
Was müssen diese Etiketten feststellen und bestimmen?
Merkmale sind es, die mein Schicksal zeichnen
Und festnageln für immer!
Entscheidungen der hohen Politik sind das,
Maßnahmen von Behörden!
Was soll diese Distanz bewirken?
Warum nimmt man mich nicht auf?
Heimkehrer bin ich doch -
Ein Deutscher, weiter nichts!
Ein Deutscher, der den ganzen Haß, die Rache gegen Deutschland
Stellvertretend fühlen, tragen und erdulden mußte.
Als Sklaven hungernd, kaum dem Tod entronnen sind meine Eltern -
Beschimpft, zurückgesetzt in Schulen und Beruf
Riß ich mich los!
Die ganze Jugend, die ihre Ängste überwand,
Sie drängt zurück zur alten Heimat,
Kost' es, was es wolle!
Nur wenigen gelingt's, ans Ziel zu kommen -
Nun bin ich da!
Und danke, danke, danke!
Wer bin ich jetzt?
Kein fremder Gast, der irgendwann zurück will,
Sondern euer Landsmann, der endlich nun daheim ist,
Und in den Kirchenbüchern den Namen seiner Ahnen sucht,
Die einst des Vaterlandes
Not gezwungen auszuwandern!

(Im Buch: "Aussiedler sind anders"/ Johannes Reimer, 1989, S.3-4) 

 

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