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Museumsverein

Der im Februar 2002 gegründete Museumsverein übernimmt die Trägerfunktion des Museums für russlanddeutsche Kulturgeschichte, die bislang vom Christlichen Schulverein Lippe e.V. ausgeübt wurde...

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Ausreisegründe

  1. Motive der Volkszugehörigkeit - als "Deutsche unter Deutschen" leben zu dürfen
  2. Familienzusammenführung
  3. Die politische Situation in den ehemaligen Republiken der Sowjetunion: anschwellender Nationalismus, Bürgerkriege u. a. m.
  4. Die wirtschaftliche Situation: den Kindern eine gesicherte und bessere Zukunft in Deutschland zu ermöglichen

Quelle: Die neuen alten Deutschen / Holger Matissek - Konstanz, Hartung-Gorre, 1996, S. 38-40

 

Gesetzliche Grundlagen für die Anerkennung, Aufnahme und Eingliederung der Spätaussiedler

  1. Gesetz über die Angelegenheiten der Vertriebenen und Flüchtlinge vom 19. Mai 1953 (BVFG)
  2. Aussiedleraufnahmegesetz vom 28. Juni 1990
  3. Kriegsfolgenbereinigungsgesetz vom 21. Dezember 1992 (seit 01.01.1993 in Kraft)
  4. Zuwanderungsgesetz - Gesetz zur Steuerung und Begrenzung der Zuwanderung und Regelung des Aufenthalts und der Integration von Unionsbürgern und Ausländern vom 30.07.2004 (seit 01.01.2005 in Kraft)
  • Nach § 4 BVFG ist Spätaussiedler in der Regel ein deutscher Volkszugehöriger, der die Republiken der ehemaligen Sowjetunion, Estland, Lettland oder Litauen nach dem 31. Dezember 1992 im Wege des Aufnahmeverfahrens verlassen und innerhalb von sechs Monaten im Geltungsbereich des Gesetzes seinen ständigen Aufenthalt genommen hat.
  • Nach § 6 BVFG ist ein Spätaussiedler ein "Deutscher Volkszugehöriger, der sich in seiner Heimat zum deutschen Volkstum bekannt hat, sofern dieses Bekenntnis durch bestimmte Merkmale wie Abstammung, Sprache, Erziehung, Kultur bestätigt wird".
  • "Wer nach dem 31. Dezember 1923 geboren worden ist, ist deutscher Volkszugehöriger, wenn er von einem deutschen Staatsangehörigen oder deutschen Volkszugehörigen abstammt und sich bis zum Verlassen der Aussiedlungsgebiete durch eine entsprechende Nationalitätenerklärung oder auf vergleichbare Weise nur zum deutschen Volkstum bekannt oder nach dem Recht des Herkunftsstaates zur deutschen Nationalität gehört hat. Das Bekenntnis zum deutschen Volkstum oder die rechtliche Zuordnung zur deutschen Nationalität muss bestätigt werden durch die familiäre Vermittlung der deutschen Sprache. Diese ist nur festgestellt, wenn jemand im Zeitpunkt der Aussiedlung aufgrund dieser Vermittlung zumindest ein einfaches Gespräch auf Deutsch führen kann. Ihre Feststellung entfällt, wenn die familiäre Vermittlung wegen der Verhältnisse in dem jeweiligen Aussiedlungsgebiet nicht möglich oder nicht zumutbar ist, weil es mit Gefahr für Leib und Leben oder schwerwiegenden beruflichen oder wirtschaftlichen Nachteilen verbunden war, jedoch aufgrund der Gesamtumstände der Wille unzweifelhaft ist, der deutschen Volksgruppe und keiner anderen anzugehören"

Quelle: www.lum.nrw.de/service/rechtsbibliothek

 

Die Zahl der russlanddeutschen Aussiedler und Flüchtlinge aus der ehem. UdSSR im Zeitraum 1950 - 2004

1950 0
1951 1.721
1952 63
1953 0
1954 18
1955 154
1956 1.016
1957 923
1958 4.122
1959 5.563
1950-1959 13.580
  
1960 3.272
1961 345
1962 894
1963 209
1964 234
1965 366
1966 1.245
1967 1.092
1968 598
1969 316
1960-1969 8.571
  
1970 342
1971 1.145
1972 3.420
1973 4.493
1974 6.541
1975 5.985
1976 9.704
1977 9.274
1978 8.455
1979 7.226
1970-1979 56.585
1980 6.954
1981 3.773
1982 2.071
1983 1.447
1984 913
1985 460
1986 753
1987 14.488
1987 47.572
1988 47.572
1989 98.134
1980-1989 224.137
  
1990 147.950
1991 147.320
1992 195.576
1993 207.347
1994 213.214
1995 209.409
1996 172.181
1997 131.895
1998 101.550
1999 103.599
1990 - 1999 1.630.041
  
200094.558
200197.434
200290.587
200372.289
200458.728
2000 - 2004413.596

Insgesamt sind 1950 - 2004 rund 2.298.938 Russlanddeutsche nach Deutschland eingereist.
 

Verhältnis einreisende Spätaussiedler zu Familienangehörigen

(Ehegatten und Abkömmlingen nach § 7 BVFG und ausländische Ehegatten nach § 8 BVFG)

Spätaussiedler
Jahrnach § 4 BVFGnach § 7 und 8 BVFG
199555,44 %44,56 %
199647,68 %52,32 %
199739,71 %60,29 %
199834,50 %65,50 %
199929,49 %70,51 %
200026,34 %73,66 %
200124,36 %75,64 %
200221,57 %78,43 %
200320,25 %79,75 %
200419,01 %80,99 %
Quelle: BMI Statistiken - www.bmi.bund.de

Übersicht Spätaussiedler und Angehörige Registrierungen und Antragseingang im Vergleich zu den Vorjahren

 

 2001200220032004Abweichung
Registrierungen98.48491.41672.88559.09313.792
Antragseingang83.81266.83346.44334.56011.883
Quelle: www.bmi.bund.de

Es werden künftig immer weniger Spätaussiedler nach Deutschland kommen!
 

Aus dem Eingliederungsantrag einer Deutschen aus Russland

Antragstellerin: Frieda Minert, geb. Fröhlich, Heimkehrerin

Woher kommen Sie?
Am Dnjepr, da bin ich geboren
(an Wolga, am Bug oder Don)
Ich habe die Heimat verloren.
Ich suche jetzt Hilfe in Bonn

Woher stammen ihre Vorfahren?
Ich stamme aus Mannheim, in Baden
(aus Hessen, aus Danzig, Berlin).
Zuerst hat man uns eingeladen,
doch später, da mußten wir flieh'n!

Wo ist Ihre Familie?
Den Vater ließ Stalin verschwinden
(den Bruder, die Mutter, den Mann)
die Gräber sind nirgends zu finden,
sie schwanden im Fünfjahresplan.

Wo waren Sie im Krieg?
Im Krieg hat man uns umgesiedelt
(vertrieben, verschleppt und verjagd),
getrennt von den Freunden und Lieben,
man hat uns gehetzt und geplagt.

Was machten Sie zur Ausreise?
Ich schuftete in der Kolchose
(im Bergwerk, im Wald und Fabrik).
Ich träumte im Winter von Rosen,
von Sonne, von Freiheit, vom Glück.

Wann kamen Sie nach Deutschland?
Nach Friedland ich kam neunundsiebzig
(im Januar, März oder Mai)
seither - es statistisch ergibt sich -
läßt man nur noch wenige frei.

Warum kamen Sie nach Deutschland?
Der wichtigste Grund war die Freiheit
(die Heimat, das Volk und sein Land),
Dazu kam das Deutschtum, die Reinheit,
mich zwangen Gefühl und Verstand.

Wo wohnen Sie jetzt?
Zur Zeit lebe ich in Westfalen
(in Würtemberg, Bayern, am Rhein)
bis jetzt hat es gut mir gefallen,
Ich hoff', es wird immer so sein!

Wie lange wollen Sie hier bleiben?
Ich bleibe allhier, bis ich sterbe
(für immer, für ewig, für ganz),
will flechten aus Blumen und Scherben
den Totenerinnerungskranz

 

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