Ausreisegründe- Motive der Volkszugehörigkeit - als "Deutsche unter Deutschen" leben zu dürfen
- Familienzusammenführung
- Die politische Situation in den ehemaligen Republiken der Sowjetunion: anschwellender Nationalismus, Bürgerkriege u. a. m.
- Die wirtschaftliche Situation: den Kindern eine gesicherte und bessere Zukunft in Deutschland zu ermöglichen
Quelle: Die neuen alten Deutschen / Holger Matissek - Konstanz, Hartung-Gorre, 1996, S. 38-40
Gesetzliche Grundlagen für die Anerkennung, Aufnahme und Eingliederung der Spätaussiedler- Gesetz über die Angelegenheiten der Vertriebenen und Flüchtlinge vom 19. Mai 1953 (BVFG)
- Aussiedleraufnahmegesetz vom 28. Juni 1990
- Kriegsfolgenbereinigungsgesetz vom 21. Dezember 1992 (seit 01.01.1993 in Kraft)
- Zuwanderungsgesetz - Gesetz zur Steuerung und Begrenzung der Zuwanderung und Regelung des Aufenthalts und der Integration von Unionsbürgern und Ausländern vom 30.07.2004 (seit 01.01.2005 in Kraft)
- Nach § 4 BVFG ist Spätaussiedler in der Regel ein deutscher Volkszugehöriger, der die Republiken der ehemaligen Sowjetunion, Estland, Lettland oder Litauen nach dem 31. Dezember 1992 im Wege des Aufnahmeverfahrens verlassen und innerhalb von sechs Monaten im Geltungsbereich des Gesetzes seinen ständigen Aufenthalt genommen hat.
- Nach § 6 BVFG ist ein Spätaussiedler ein "Deutscher Volkszugehöriger, der sich in seiner Heimat zum deutschen Volkstum bekannt hat, sofern dieses Bekenntnis durch bestimmte Merkmale wie Abstammung, Sprache, Erziehung, Kultur bestätigt wird".
- "Wer nach dem 31. Dezember 1923 geboren worden ist, ist deutscher Volkszugehöriger, wenn er von einem deutschen Staatsangehörigen oder deutschen Volkszugehörigen abstammt und sich bis zum Verlassen der Aussiedlungsgebiete durch eine entsprechende Nationalitätenerklärung oder auf vergleichbare Weise nur zum deutschen Volkstum bekannt oder nach dem Recht des Herkunftsstaates zur deutschen Nationalität gehört hat. Das Bekenntnis zum deutschen Volkstum oder die rechtliche Zuordnung zur deutschen Nationalität muss bestätigt werden durch die familiäre Vermittlung der deutschen Sprache. Diese ist nur festgestellt, wenn jemand im Zeitpunkt der Aussiedlung aufgrund dieser Vermittlung zumindest ein einfaches Gespräch auf Deutsch führen kann. Ihre Feststellung entfällt, wenn die familiäre Vermittlung wegen der Verhältnisse in dem jeweiligen Aussiedlungsgebiet nicht möglich oder nicht zumutbar ist, weil es mit Gefahr für Leib und Leben oder schwerwiegenden beruflichen oder wirtschaftlichen Nachteilen verbunden war, jedoch aufgrund der Gesamtumstände der Wille unzweifelhaft ist, der deutschen Volksgruppe und keiner anderen anzugehören"
Quelle: www.lum.nrw.de/service/rechtsbibliothek 
Die Zahl der russlanddeutschen Aussiedler und Flüchtlinge aus der ehem. UdSSR im Zeitraum 1950 - 2004| 1950 | 0 | | 1951 | 1.721 | | 1952 | 63 | | 1953 | 0 | | 1954 | 18 | | 1955 | 154 | | 1956 | 1.016 | | 1957 | 923 | | 1958 | 4.122 | | 1959 | 5.563 | | 1950-1959 | 13.580 | | | | | 1960 | 3.272 | | 1961 | 345 | | 1962 | 894 | | 1963 | 209 | | 1964 | 234 | | 1965 | 366 | | 1966 | 1.245 | | 1967 | 1.092 | | 1968 | 598 | | 1969 | 316 | | 1960-1969 | 8.571 | | | | | 1970 | 342 | | 1971 | 1.145 | | 1972 | 3.420 | | 1973 | 4.493 | | 1974 | 6.541 | | 1975 | 5.985 | | 1976 | 9.704 | | 1977 | 9.274 | | 1978 | 8.455 | | 1979 | 7.226 | | 1970-1979 | 56.585 |
| | 1980 | 6.954 | | 1981 | 3.773 | | 1982 | 2.071 | | 1983 | 1.447 | | 1984 | 913 | | 1985 | 460 | | 1986 | 753 | | 1987 | 14.488 | | 1987 | 47.572 | | 1988 | 47.572 | | 1989 | 98.134 | | 1980-1989 | 224.137 | | | | | 1990 | 147.950 | | 1991 | 147.320 | | 1992 | 195.576 | | 1993 | 207.347 | | 1994 | 213.214 | | 1995 | 209.409 | | 1996 | 172.181 | | 1997 | 131.895 | | 1998 | 101.550 | | 1999 | 103.599 | | 1990 - 1999 | 1.630.041 | | | | | 2000 | 94.558 | | 2001 | 97.434 | | 2002 | 90.587 | | 2003 | 72.289 | | 2004 | 58.728 | | 2000 - 2004 | 413.596 |
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Insgesamt sind 1950 - 2004 rund 2.298.938 Russlanddeutsche nach Deutschland eingereist. Verhältnis einreisende Spätaussiedler zu Familienangehörigen(Ehegatten und Abkömmlingen nach § 7 BVFG und ausländische Ehegatten nach § 8 BVFG) Spätaussiedler| Jahr | nach § 4 BVFG | nach § 7 und 8 BVFG | | 1995 | 55,44 % | 44,56 % | | 1996 | 47,68 % | 52,32 % | | 1997 | 39,71 % | 60,29 % | | 1998 | 34,50 % | 65,50 % | | 1999 | 29,49 % | 70,51 % | | 2000 | 26,34 % | 73,66 % | | 2001 | 24,36 % | 75,64 % | | 2002 | 21,57 % | 78,43 % | | 2003 | 20,25 % | 79,75 % | | 2004 | 19,01 % | 80,99 % | Quelle: BMI Statistiken - www.bmi.bund.de
Übersicht Spätaussiedler und Angehörige Registrierungen und Antragseingang im Vergleich zu den Vorjahren | | 2001 | 2002 | 2003 | 2004 | Abweichung | | Registrierungen | 98.484 | 91.416 | 72.885 | 59.093 | 13.792 | | Antragseingang | 83.812 | 66.833 | 46.443 | 34.560 | 11.883 | Quelle: www.bmi.bund.deEs werden künftig immer weniger Spätaussiedler nach Deutschland kommen! Aus dem Eingliederungsantrag einer Deutschen aus Russland Antragstellerin: Frieda Minert, geb. Fröhlich, Heimkehrerin Woher kommen Sie? Am Dnjepr, da bin ich geboren (an Wolga, am Bug oder Don) Ich habe die Heimat verloren. Ich suche jetzt Hilfe in Bonn
Woher stammen ihre Vorfahren? Ich stamme aus Mannheim, in Baden (aus Hessen, aus Danzig, Berlin). Zuerst hat man uns eingeladen, doch später, da mußten wir flieh'n!
Wo ist Ihre Familie? Den Vater ließ Stalin verschwinden (den Bruder, die Mutter, den Mann) die Gräber sind nirgends zu finden, sie schwanden im Fünfjahresplan.
Wo waren Sie im Krieg? Im Krieg hat man uns umgesiedelt (vertrieben, verschleppt und verjagd), getrennt von den Freunden und Lieben, man hat uns gehetzt und geplagt.
Was machten Sie zur Ausreise? Ich schuftete in der Kolchose (im Bergwerk, im Wald und Fabrik). Ich träumte im Winter von Rosen, von Sonne, von Freiheit, vom Glück.
Wann kamen Sie nach Deutschland? Nach Friedland ich kam neunundsiebzig (im Januar, März oder Mai) seither - es statistisch ergibt sich - läßt man nur noch wenige frei.
Warum kamen Sie nach Deutschland? Der wichtigste Grund war die Freiheit (die Heimat, das Volk und sein Land), Dazu kam das Deutschtum, die Reinheit, mich zwangen Gefühl und Verstand.
Wo wohnen Sie jetzt? Zur Zeit lebe ich in Westfalen (in Würtemberg, Bayern, am Rhein) bis jetzt hat es gut mir gefallen, Ich hoff', es wird immer so sein!
Wie lange wollen Sie hier bleiben? Ich bleibe allhier, bis ich sterbe (für immer, für ewig, für ganz), will flechten aus Blumen und Scherben den Totenerinnerungskranz |