Exponat 1996 - Bibel
Ohne die Bibel könnte die deutsche Alltagstradition nicht vollständig dargestellt werden. Die Bibeln waren ein fester Bestandteil nicht nur des christlichen Glaubens, sondern auch der Lebensform der Deutschen in Russland. Zum einen war die in deutscher Sprache gedruckte Bibel eine willkommene Gelegenheit, die Muttersprache täglich zu üben und damit zu erhalten, zum anderen bedeutete der christliche Glaube, ob evangelisch, katholisch oder mennonitisch, ein Stück Heimat, Deutschland. Abends wurde den Kindern aus der Familienbibel etwas vorgelesen. Bei der Konfirmation oder Erwachsenentaufe wurde eine Bibel als Geschenk überreicht. Auch in den schlimmsten Zeiten der sowjetischen Verfolgungen und Verbannungen wurde immer, wenn nur irgend möglich, die Familienbibel von Ort zu Ort mitgenommen. Bei den Hausdurchsuchungen durch den Geheimdienst in den Jahren 1933 - 1956 konnte eine deutschsprachige Bibel als „antisowjetische faschistische Literatur“ eingestuft werden. Sie zu retten und aufzubewahren war eine Aufgabe für sich, weil das Deutschtum ohne Bibel endgültig auszusterben drohte. Museum f. r. K. Inv-Nr. 0000/96
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