Exponat 2006Truhe, vor 1891 gefertigt, gehörte zu dem Möbelkanon der Mennoniten. Sie wurde für die Aussteuer (besonders für die junge Hausfrau) und für das Bewahren anderer Dinge genutzt. Die meisten mennonitischen Truhen aus dem Weichselgebiet (Westpreußen) und aus Südrussland folgen den selben Proportionsregeln. Der Sockel für die Truhe ist getrennt gebaut. Die Truhen hatten meist die selbe Standardgröße. Mennonitische Truhen sind aus massiven Esche- oder Kiefernbrettern durch Schwalbenschwanzverbindungen zusammengefügt und stehen auf einem fünffüssigen Sockel (drei Füsse vorne, zwei hinten). Die massiven Planken, die den Truhedeckel bilden, sind vorne und an den Seiten mit Leisten gerahmt, die einerseits den Deckel stabilisieren, und andererseits einen fingerbreiten Vorsprung des Deckels gewährleisten, der das Anheben des Deckels beim Öffnen der Truhe erleichtert. Diese Leiste erfüllt auch eine ästhetische Aufgabe, indem sie die Gesamtform der Truhe artikuliert. Die Scharniere am Truhendeckel sind mit dicken Schrauben mit einem glänzenden Messingkopf befestigt. Zwei an jedem Ende des Deckels und vier in der Mitte der Deckelfront. Im Innern befindet sich an der linken Seite ein Fach mit Deckel und einem Doppelboden, der als Geheimfach zur Aufbewahrung von Wertgegenständen diente. Das Äußere der Truhe ist in der Art der Spätrenaissance geschmückt. Diese Truhe ist auch mit einem Schloss und Schlüssel ausgestattet. Kollektion des Museums, Inv.-Nr. 2006/21, 134 x 66 x 72 cm.
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