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26.04 – 21.06 2009 Stadtmuseum Gütersloh Was ist deutsch am Russlanddeutschen? Was blieb russisch am Deutsch-Russen? Falsche Fragen, begriffliche Verwirrung und eine Fülle von Vorurteilen bestimmen das Bild der größten Gruppe von Zuwanderern, die seit zwei Jahrzehnten unser Land bereichern. Sowohl ihrer Vorgeschichte als auch ihrer aktuellen Lebenssituation geht die Ausstellung: „Nach langen Wegen. Russlanddeutsche in Geschichte und Gegenwart“ genauer auf den Grund. Russland und Deutschland verbindet eine lange gemeinsame Geschichte. 1763 wanderte die größte von zwei früheren Gruppen (Baltische Deutsche, Städtische) bäuerlichen Deutschen nach Russland aus. Der gravierende Unterschied zwischen den Verhältnissen in Deutschland (Krieg, große Steuerlast, Landlosigkeit, Wehrdienst) und den gegebenen Privilegien in Russland bewegte die vielen Deutschen nach Russland zugehen. Den Russen waren die Deutschen eine willkommene Hilfe zur Erschließung und Entwicklung ihres unendlich scheinenden Landes. Nach anfänglicher Integration, wirtschaftlichem Erfolg und gesellschaftlicher Bedeutung im 19. Jahrhundert erlebten die Deutschen im Russland bzw. der Sowjetunion des 20. Jahrhunderts Intoleranz, Diskriminierung, Verfolgung und Vertreibung. Als nach dem Zusammenbruch des sozialistischen Systems die Ausreise nach Deutschland möglich wurde, fanden sich die als Spätaussiedler bezeichneten Rückkehrer im Land ihrer Vorväter häufig unverstanden als Fremde wieder. Die Ausstellung soll weit verbreitete Vorurteile beseitigen und eine gemeinsame und verbindende Geschichte freilegen. Sie soll einen Beitrag zur Integration leisten durch die Präsentation russlanddeutscher Lebenswege und Geschichten, die den Einheimischen in Gütersloh und Umgebung fremd sind. Sie bekannt zu machen, soll zum anderen zu mehr Verständnis für die Motive, Lebensweisen und kulturellen Besonderheiten der Zugezogenen führen. Im Mittepunkt stehen zahlreiche authentische Exponate aus dem Museum für russlanddeutsche Kulturgeschichte in Detmold, die von der Leiterin Dr. Katharina Neufeld für Gütersloh zusammengestellt wurden. Nach intensiver Zusammenarbeit mit den örtlichen Kulturvereinen können vielfach abenteuerliche Lebenswege von Menschen vorgestellt werden, die in Gütersloh eine neue Heimat fanden. Ein abwechslungsreiches Begleitprogramm beinhaltet Musik, Folklore und Literatur. Ein umfangreiches Angebot von Dokumentarfilmen vermittelt die eindrucksvollen Geschichten vom Weggehen und Ankommen.
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