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Infomaterial zu der Ausstellung „Russlands berühmte Deutsche“ 21.05.06 Julius Heuss (1832-1907)  Julius Heuss im Kontor 1905 J. Heuss wurde am 2. März 1832 als erstes Kind des Pfarrers J. G. Heuss im kleinen Walddorf im Schwarzwald geboren. Nach dem Besuch der Lateinschule in Calw wurde er Lehrling bei einem Kolonialwarenhändler in Esslinger. 1852 bei Firma Hölder in Odessa eingestellt. 1857 zog er mit seiner Frau Babette Händle nach Moskau, wo Hölder eine Filiale öffnete. Als Fotograf bringt ihm sein unternehmerischer Geist zum Lampenchefs von Moskau. Vier Jahre lang hatte er dafür zu sorgen, daß eine Truppe von 500 Männern die 9 000 Petroleum Lampen in den Straßen Moskaus entzündeten. Den würtembergischen Zuckerbäcker Ferdinand Theodor Einem verschlug es 1850 nach Russland. Er eröffnete 1851 eine Konditorei und 1867 gründete er die erste Schokoladen- und Konfektfabrik „Einem“. 1870 trat Heuss als Kompagnon in das Unternehmen ein. 1877 starb Einem und Heuss führte unter Beibehaltung des Firmennamens die Fabrik erfolgreich weiter. Er verlängerte das direkt gegenüber dem Kreml gelegene Fabrikgebäude auf einen halben Kilometer. Bald besaß Heuss zwei weitere Fabriken und fünf Geschäfte in verschiedenen Teilen Rußlands.Um den großen Bedarf an Früchten für Konfitüren und Konfekt zu decken, kaufte Heuss eine Plantage auf der Krim, ein großes Gelände mit Obsbäumen, Beerensträuchern und weiten Rosenfeldern, deren Blüten zur duftende Marmelade verarbeitet wurden. Sein Haus war ein Mittelpunkt der Moskau-Deutschen. 1900 bekam „Einem“ auf der Ausstellung in Paris den Grand Prix für die exzellente Qualität seiner Schokolade und ab 1913 belieferte die Firma den Zarenhof. Er starb am 30. September 1907. Er hatte neuen Söhne und drei Töchter. Foto 1902 Klaus Mehnert/ Ein Deutscher in der Welt. Erinnerungen 1906-1981. - Stuttgart: Deutsche Verlags-Anstalt, 1981)
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