Museumsverein

Der im Februar 2002 gegründete Museumsverein übernimmt die Trägerfunktion des Museums für russlanddeutsche Kulturgeschichte, die bislang vom Christlichen Schulverein Lippe e.V. ausgeübt wurde...

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Michael Heidt

Michael Heidt wurde 1909 in Lauwe an der Wolga geboren. Er absolvierte 1933 ein Kunststudium in Engels und besuchte 1937-1941 die Kunstfachschule in Saratov. 1941 mit der Familien nach Kasachstan deportiert. Nie trennte er sich von Farben und Pinsel - weder in dem Deportationsort in Kasachstan sowie in der Trudarmee oder im GULAG im Norden Russlands, noch nach seine Entlassung in Kasachstan im Jahre 1951. Über 60 Jahre lang arbeitete er als Maler und zeitweilig als Kunstlehrer an verschiedenen Orten in der ehemaligen UdSSR. Er ist durch seine Ölgemälde (1999 - 2000) unseren Museumsbesuchern schon bekannt. Die Möglichkeit als GULAG-Künstler zu arbeiten hat ihn das Leben gerettet. Nur einzelne von seinen Porträts und Bilder sind von ihm gerettet worden und nach Deutschland gebracht. Er lebte seit 1993 in Hamburg. 2004 ist er verstorben.

„Simka. (russ.‘Winter‘). Erdhütte“. Michael Heidt. Aquarelle. 8.11.1946

In dieser Erdhütte hat Michael Heidt sein bestes Lebensalter von 34-42 Jahre im Lager in der Kolyma erleben dürfen. In einer Hütte waren bis 40 Männer untergebracht. Ein kleines Fenster vorne an der Hütte und eine Seitentür, die vom Oktober bis April immer wieder vom Schnee befreit musste. Es ist kein Wachturm nicht zu sehen, auch kein Wächter drauf, kein Stacheldrahtzaun. Aber wenn man sich das Bild von der nähe ansieht, so scheint es als ob der Maler mit ganz feinen gelb die Toren vom Lager anzeigt. Ja, das Jahr 1946 sagt für sich selbst, wo diese Hütte war.

„Erntezeit“. Michael Heidt. Leinwand. Öl. 1977

Das Bild wurde vom Maler in Kasachstan gemalt. Es war eine alltägliche Beobachtung in der Erntezeit, daß die Lastwagen das Getreide von den Feldern abtransportierten. Im Hintergrund liegen die unendliche Getreidefelder Kasachstans.

„Landschaft im Norden. Kolyma“. Michael Heidt. 1948. Zeichnung

Die Landschaft sieht sehr herbstlich trüb und traurig aus. Mit diesem Bild konnte der Künstler über seinen Verbannungsort und von vielen Deutschen viel erklären. Er konnte nicht darüber schreiben oder laut sprächen - das war verboten, aber eine Landschaft in Kolyma, der bekannt in der ganzen Welt als Verbannungsort war, zu malen, wurde ihm genehmigt. Und damit haben wir von ihm ein wunderbares Bild, das uns dadurch mit der Ortschaft der Verbannung näher macht.

„Stiller Wintermorgen“. Michael Heidt. Öl auf Lein. 1975

Diese Landschaft konnte man im Winter erleben. Der Maler lebte zu dieser Zeit in Zelinograd in Kasachstan. Das Bild macht den Eindruck, das der Schnee unten den Füßen knirscht, so ausdrücklich ist die Kälte auf dem Bild aufgenommen.

„Strohaufladung“. Michael Heidt. Öl auf Lein. 1977

Herbstlandschaft in Kasachstan. Die Erntezeit ist voll im Gange. Die Kolchosbauern laden Stroh auf den Anhänger des Traktors. Das Stroh brauchte man um das Kolchosvieh im Winter mit Futter zu versorgen.

 

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