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Der große Terror in der Ukraine: Die deutsche Operation 1937-1938

Forschungspräsentation und Podiumsgespräch zur
Vergangenheitsbewältigung in postsowjetischen Staaten und in Deutschland
mit Historiker Alfred Eisfeld und Ministerpräsident und Bundesaussiedlerbeauftragter a. D. Christoph Bergner, 

„Diktatur verstehen, um Demokratie besser gestalten zu können“, ist das Motto des Bundesbeauftragten für die Stasiunterlagen in seiner Aufgabe. Welchen Stellenwert hat aber die Aufarbeitung der totalitären Vergangenheit von russlanddeutschen Aussiedlern, die über Jahrzehnte dem Stalinistischen Terror in der Sowjetunion ausgesetzt waren in der heutigen Gesellschaft? Wird der traumatischen Erfahrungen dieser Bevölkerungsgruppe auch genug Aufmerksamkeit geschenkt?

„Sie wurden geholt“ – so lautete stets die knappe Antwort der Erlebnisgeneration auf die Frage nach dem Schicksal ihrer im Stalinismus verschwundener Angehöriger. Bis vor Kurzem war eine quellenbasierte Rekonstruktion der administrativen Mechanismen des Staatsterrors gegen die Deutschen in der Sowjetunion der Vorkriegszeit unmöglich, da die entscheidenden Dokumente unter Schloss und Riegel der KGB-Archive waren. Nun konnte der Osteuropahistoriker des Lüneburger Nordostinstituts Dr. Dr. Alfred Eisfeld seine jahrelange Recherchearbeit in der Ukraine vorlegen und präsentierte seinen imposanten Band mit über 200 Archivdokumenten der Detmolder Öffentlichkeit. Ermöglicht haben es ihm mitunter die aktuellen Demokratisierungsprozesse in der Ukraine, deren wesentlicher Bestandteil Aufarbeitung der eigenen totalitären Vergangenheit ist. So haben Wissenschaftler freien Zutritt in die Archivbereiche des früheren KGB, die in Russland bis auf weiteres unter Verschluss bleiben. Eine wesentliche Erkenntnis dieser Arbeit ist, dass die deutschstämmige Bevölkerung der Sowjetunion noch vor den Massendeportationen im Zuge des Wehrmachtsüberfalls, von den sowjetischen Staatssicherheitsorganen nachweislich konsequent und weit über die zwei Jahre des Großen Terrors 1937-38 hinaus als „innere Feinde“ und „unzuverlässige Bürger“ stilisiert wurden. Dies hatte zum Ziel, für diese Personengruppe eine Atmosphäre ständiger Angst zu erzeugen, um sie zu systemkonformen Kommunisten umzuerziehen.

 

Sachsen-Anhalts früherer Ministerpräsident Dr. Christoph Bergner, der in den Jahren zwischen 2006 und 2013 in der Bundesregierung sowohl für die Belange der Aussiedler als auch für die Neuen Bundesländer zuständig war, bestätigte aus seinen eigenen Erfahrungen die zermürbenden Auswirkungen der Angstpolitik in einem kommunistischen Regime auf das Individuum – nur, dass die Methoden der Stasi viel subtiler waren als die brutale Vorgehensweise im sowjetischen Stalinismus. Nach seiner Meinung sollte angesichts von etwa 3 Mio. Bundesbürger mit diesem Kollektivschicksal diesen Aspekten mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden, alleine aus dem Grund, dass die Russlanddeutschen nie eine offizielle und zufriedenstellende Rehabilitierung erlebt hatten.



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