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Verfolgte Kirche - Verbotene Bibel 1918-1988

Erweiterung der Dauerausstellung 

„Religion ist Opium für das Volk!“, so formuliert Lenin 1905 ein Zitat von Karl Marx um.
80 Jahre bekämpft der sowjetische Staat Gläubige und Geistliche. Die russlanddeutsche Bevölkerung betrifft die Kirchenverfolgung besonders, wurde ihr doch einst von Katharina der Großen Religionsfreiheit zugesichert.

Was passiert mit Glaube und Kirchen der Russlanddeutschen nachdem sie offiziell verboten sind?
Die Ausstellung zeigt bisher unveröffentlichtes Material der geheimen Untergrundkirchen.
Über Generationen vor den Behörden versteckte Exponate, geben Einblick in den religiösen Alltag der Russlanddeutschen zwischen 1918 und 1988.

 

Religion in der Sowjetzeit

Am 23. Januar 1918 entrechtet der Rat der Volkskommissare unter dem Vorsitz Lenins die Kirchen in Sowjetrussland. Den Kirchen wird verboten, Eigentum zu besitzen oder Schulunterricht zu erteilen.
In den 1920er- und 1930er-Jahren werden Gläubige und Geistliche jeder Konfession staatlich verfolgt. Einige werden deshalb zu Atheisten.
Andere organisieren sich heimlich. Im Falle einer Festnahme drohen ihnen Arbeitslager oder Tod. 1937 ist kein lutherischen Pastor mehr offiziell im Amt. Bibeln dürfen weder gedruckt noch verkauft werden.

Während des Zweiten Weltkriegs reduziert Stalin die Kirchenverfolgung. Die orthodoxe Kirche kann sich durch die bedingungslose Unterstützung der Kriegsbemühungen wieder etablieren.
Ab 1944 können sich baptistische Gemeinden staatlich registrieren lassen. Auch andere Konfessionen nutzen diese Regelung. Bis 1965 entstehen 5.000 registrierte Gemeinden mit 500.000 Mitgliedern.
Nach dem Krieg kehrt Chrustschow zu einer repressiven Politik zurück. Noch 1982 wird der russlanddeutsche Iwan Kinas als Betreiber einer illegalen, christlichen Druckerei zu fünf Jahren Lagerhaft verurteilt.

Erst Gorbatschow führt die Religionsfreiheit wieder ein. Am 5. Juni 1988, dem Tag der 1000-jährigen Christianisierung Russlands, begehen Staat und Kirche zum ersten Mal seit 70 Jahren wieder gemeinsam eine Feierlichkeit.

 

"Religion ist Opium für das Volk"

So formulierte Lenin 1905 ein Zitat von Karl Marx um.
Nach den russischen Revolutionen 1917 wird Marx´ Idee des historischen Materialismus prägend für Sowjetrussland. Diese lehnt jede theologische Weltanschauung ab.
Die Gesellschaftsordnung wird stattdessen mit Begriffen wie Arbeit, Güterverteilung oder -Produktion erklärt.

In den folgenden Jahren unterdrückt die kommunistische Regierung Religiosität systematisch. Geistliche und Gläubige werden verhaftet, verbannt oder ermordet. Kirchen werden geplündert und geschlossen. Die letzte evangelische Kirche in der Wolgarepublik wird am 21. Dezember 1938 in Gnadentau geschlossen.



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