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Elli Unruh - Fische im Trüben

Die Autorin Elli Unruh liest aus ihrem Debütroman Fische im Trüben und spricht über das Schreiben, familiäre Erinnerung und historische Erfahrungen deutscher Mennoniten in der Sowjetunion. 

Die Nächste Lesung findet am 14. September im Lew Kopelew Forum in Köln um 18 Uhr statt.

Moderation: Katharina Heinrich. Alle weiteren Infos sind hier zu finden.

Fische im Trüben erzählt die Geschichte einer deutschen Minderheit in der Sowjetunion, geprägt von eigener Sprache, religiösen Traditionen und einem Alltag unter ständiger Beobachtung eines totalitären Staates. Der Roman spannt den Bogen von den mennonitischen Siedlungen im Russischen Zarenreich über Revolution, Verfolgung und Deportationen bis zur Entspannung unter Chruschtschow.

Elli Unruh wurde 1987 in Georgijewka in Kasachstan geboren und wuchs in Süddeutschland auf. Sie arbeitet heute im Deutschen Literaturarchiv Marbach. Für die Fertigstellung ihres ersten Romans erhielt sie Förderungen der Kunststiftung sowie des Förderkreises für Schriftsteller:innen in Baden-Württemberg. Sie lebt mit ihrer Familie in Stuttgart.

Im Gespräch geht es um literarische Perspektiven auf Geschichte, um Erinnerung und um die Frage, wie sich familiäre Erfahrungen in Gegenwartsliteratur übersetzen lassen.

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Irina Unruh: Kyrgyzstan Diaries – Ein fotografisches Tagebuch

Irina Unruh:

Kyrgyzstan Diaries –
Ein fotografisches Tagebuch


"Ich muss zurückkehren.
Immer wieder."

Zwischen Gebirgslandschaften Zentralasiens und Spuren deutscher Lebenstraditionen erzählt die Ausstellung von Herkunft, Migration und der Suche nach Zugehörigkeit. Im Mittelpunkt steht Bergtal, das heutige Rot-Front – ein deutsches Dorf in Kirgistan. Viele ehemalige Bewohner fanden später in Ostwestfalen eine neue Heimat.

Die international renommierte Fotografin Irina Unruh verbindet in ihren Arbeiten persönliche Erinnerungen mit dokumentarischen Beobachtungen des heutigen Kirgistans. Fotografien aus Bergtal, der Serie „Djamila“ über Frauenrechte sowie Bilder aus dem Walnusswald von Arslanbob eröffnen Perspektiven auf Menschen, Landschaften und gesellschaftliche Veränderungen in Zentralasien. Die Einblicke schaffen einen Dialog über Erinnerung, Identität und die unsichtbaren Verbindungen zwischen Vergangenheit und Gegenwart.

Die Ausstellung entsteht anlässlich des hundertjährigen Jubiläums von Bergtal/Rot-Front. Ein Projekt des Museums für russlanddeutsche Kulturgeschichte und des Kulturreferates für Russlanddeutsche.

 

Die Vernissage fand am 12. Juni um 18 Uhr statt.

Ab dem 03. September wird die Ausstellung anlässlich des 85. Gedenktages der stalinistischen Deportation der Russlanddeutschen (der Gedenktag ist am 28. August) im Lew Kopelew Forum zu sehen sein und bleibt bis zum 24. Oktober 2026 geöffnet. 
Die Vernissage ist am 03. September um 18 Uhr. Alle weiteren Infos sind hier zu finden.

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Interview Jolki Palki!

Interview
Juliane Lipp I Jolki Palki!
Magazin über russlanddeutsche Identität, Kultur und Geschichte

Juliane Lipp, 31, ist Designerin (Grafik-, Kommunikations- und Editorial Design) und wohnt in Karlsruhe.

Einsichten in das Magazin Jolki Palki! und aktuelle Beiträge rund um russlanddeutsche Kultur und Identität erhaltet ihr auf Instagram. Unser Tipp: auf jeden Fall folgen!
Am 15. November 2025 fand zum zweiten Mal die Open Stage von o[s]tklick in Zusammenarbeit mit dem Kulturreferat für Russlanddeutsche statt, dieses Mal in Stuttgart. Elli Unruh las eindrücklich aus ihrem Roman „Fische im Trüben“ über das Leben einer deutschstämmigen Familie in Kasachstan der 1970er Jahre. Die Songwriterin Sarah Penalba sang mehrere Popsongs, Katharina Eggert trug eigene Lyrik vor und Juliane Lipp stellte ihr Magazin Jolki Palki! über russlanddeutsche Kultur und Geschichte vor. Im Anschluss wurde die Möglichkeit des Get-Together auch noch rege genutzt, es kam zu lebhaften Gesprächen und neuen Kontakten – vielen Dank an alle, die dabei waren.
Was hat dich dazu motiviert, Jolki Palki! ins Leben zu rufen?

Ich habe selber eine russlanddeutsche Herkunft und hatte immer viele Fragen dazu, zum Beispiel weil ich komische Sachen beim Aufwachsen erlebt habe. Etwa die Beschimpfung oder Bezeichnung als Russin, die ich nicht einordnen konnte, weil ich ja aus meiner Sicht Deutsche war. Unter anderem deshalb wollte ich mich gerne intensiver mit dem Thema auseinandersetzen. Und da ich Gestalterin bin, war es für mich auch klar, das in einer gestalterischen Form zu tun. Da das Thema so vielschichtig ist, ist ein Magazin ein passendes Medium, mit viel Gestaltungsfreiheit, in dem sehr viele Leute zu Wort kommen können, und auch etwas, das sich wiederholen kann. Im Rahmen meines Masters hatte ich dann die Möglichkeit, das umzusetzen. Jetzt, einige Jahre nach Abschluss meines Masters, komme ich endlich dazu, das Magazin so richtig zu veröffentlichen.

Wovon kann man in Jolki Palki! lesen – und was kann man auch sehen?

Das Magazin ist sehr vielfältig. Es gibt eher wissenschaftliche Artikel, zum Beispiel von Kornelius Ens, dem Leiter des Museums für Russlanddeutsche Kulturgeschichte, oder von Ira Peter über die Verarbeitung transgenerationaler Traumata. Dann gibt es einen geschichtlichen Abriss, kurze und lange biografische Texte und viele visuelle Beiträge, etwa Illustrationen und Bildstrecken über Sibirien oder Espelkamp. Generell wirft das Magazin Blicke auf die Geschichte, die Gegenwart und die Zukunft: Was wünschen wir uns für russlanddeutsche Kultur, wie kann es weitergehen?

Was waren die wichtigsten oder interessantesten Erkenntnisse, die du aus der Arbeit an dem Magazin gewonnen hast?

Eine wichtige Erkenntnis war auf jeden Fall, wie relevant das Thema noch ist, obwohl man ja sagen könnte, die ganze Geschichte mit den Russlanddeutschen ist schon lange her und oft durchgekaut. Viele setzen sich immer noch gerne damit auseinander – man ist nicht allein mit diesem Interesse. Und es ist auch wichtig, das noch zu tun! Eine weitere Erkenntnis war, dass es immer noch sehr kompliziert ist, dass es viele verschiedene Geschichten gibt und dass diese Identitätsfrage im Hinblick auf die Themen Russland und Ukraine vielleicht nicht gerade einfacher geworden ist: Wie steht man dem Ganzen gegenüber, was macht das mit einem selbst, wie begegnen einem andere? Es ist kompliziert, aber auch wichtig, sich damit zu beschäftigen.

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Interview Elli Unruh

Interview
Elli Unruh: Fische im Trüben

Elli Unruh ist 1987 ist Kasachstan geboren, arbeitet am Deutschen Literaturarchiv in Marbach und lebt in Stuttgart.

Am 15. November 2025 fand zum zweiten Mal die Open Stage von o[s]tklick in Zusammenarbeit mit dem Kulturreferat für Russlanddeutsche statt, dieses Mal in Stuttgart. Elli Unruh las eindrücklich aus ihrem Roman „Fische im Trüben“ über das Leben einer deutschstämmigen Familie in Kasachstan der 1970er Jahre. Die Songwriterin Sarah Penalba sang mehrere Popsongs, Katharina Eggert trug eigene Lyrik vor und Juliane Lipp stellte ihr Magazin Jolki Palki! über russlanddeutsche Kultur und Geschichte vor. Im Anschluss wurde die Möglichkeit des Get-Together auch noch rege genutzt, es kam zu lebhaften Gesprächen und neuen Kontakten – vielen Dank an alle, die dabei waren.
Wovon handelt dein Roman „Fische im Trüben“?

Der Roman handelt von einer deutschstämmigen Familie im Kasachstan der Siebzigerjahre. Es geht um ihren Alltag, um Zugehörigkeit und Abgrenzung und um den Umgang einzelner Familienmitglieder mit der Katastrophe, die (spätestens) am 28. August 1941 über die deutschstämmige Bevölkerung in der Sowjetunion hereingebrochen ist.

Deutschlandfunk Kultur schreibt, du erzählst „von einer untergegangenen Welt“. Was hat dich motiviert, einen Roman über diese Welt zu schreiben?

Meine Eltern haben Kasachstan noch vor meinem ersten Geburtstag verlassen. Ihre Erzählungen über ihr Leben bis zur Ausreise kamen mir oft widersprüchlich vor. Einerseits hatten sie die besten Melonen, Äpfel und Tomaten, andererseits war immer klar, dass sie gehen würden, sobald sich die Möglichkeit ergibt. Dieser Widerspruch hat Auswirkungen auf alle Lebensbereiche; sein literarischer Wert liegt auf der Hand. Hinzu kommt: während meine Eltern von Sibirien und Kasachstan sprachen, erzählte meine Großmutter von mennonitischen Siedlungen an der Molotschna (Ukraine) und vom Nordkaukasus. Ein ziemliches Durcheinander von Orten, das ich einmal in eine nachvollziehbare Reihenfolge bringen wollte.

Was war eine interessante Erkenntnis, die sich aus der Recherche und der literarischen Auseinandersetzung mit dem Thema für dich ergeben hat?

Der Personenkreis, den ich befragt habe, ist sehr überschaubar. Anfangs dachte ich, ich müsse noch viel mehr Gespräche mit verschiedenen Leuten führen, um viel „Stoff“ zu generieren, habe aber bald erkannt, dass im Grunde jede Person genug Erinnerungen hat, um aus ihnen eine Geschichte zu entwickeln. Beim einen sind sie vielleicht präsenter, weil er selbst viel über sie nachgedacht hat, dem anderen muss man sie fast abringen, weil er sie für wenig erzählenswert hält. Aber genau diese Erinnerungen sind dann meistens besonders interessant.

Wie geht es jetzt weiter, arbeitest du an weiteren literarischen Werken?
Mein nächstes Projekt behandelt die Nullerjahre; es geht um das unvermeidliche Ende einer Freundschaft. Es ist etwas völlig anderes als „Fische im Trüben“, aber ich freue mich, die Routine, die ich beim Schreiben entwickelt habe, auch für das nächste Buch anzuwenden.

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Praktikum

Praktikum

Praktikum am Museum für russlanddeutsche Kulturgeschichte


Wir bieten Studentinnen und Studenten die Möglichkeit, ein praxisnahes Praktikum im kulturellen und musealen Arbeitsumfeld zu absolvieren.

 

Themenfelder

Während eines Praktikums erhältst Du Einblicke in verschiedene Bereiche der Museumsarbeit, z. B.:

  • Unterstützung bei der Konzeption und Umsetzung von Ausstellungen
  • Mitarbeit in der Sammlungs- und Archivarbeit
  • Recherchearbeiten zu historischen und kulturellen Themen
  • Unterstützung bei pädagogischen Programmen und Besucherbetreuung
  • Mitwirkung bei Veranstaltungen und Öffentlichkeitsarbeit

 

Über das Praktikum

  • Zielgruppe: ausschließlich Studierende (keine Schülerpraktika)
  • Dauer: 4–8 Wochen
  • Beginn: nach Vereinbarung

 

Bei Interesse sende eine Mail mit Deinem Lebenslauf, einer kurzen Beschreibung deiner Motivation und dem gewünschten Zeitraum an:
Nico Wiethof, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.

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