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BARCAMP Unausgesprochenes

Wie lassen sich traumatische Erfahrungen der Russlanddeutschen künstlerisch und kulturell verarbeiten – und welche neuen Fragen ergeben sich mit Blick auf ihre transgenerationale Weitergabe? Dieses Thema bildet den Ausgangspunkt des Barcamps, das offene Denk- und Arbeitsräume für kreative Auseinandersetzungen eröffnet. Das Format lebt davon, dass die Teilgeber*innen eigene Perspektiven, Projekte und Fragen einbringen und in selbst gestalteten Sessions miteinander teilen, diskutieren und weiterentwickeln.

Ein Barcamp ist eine partizipative Veranstaltungsform, in der Impulse aus der Gruppe heraus entstehen und sich der Austausch dynamisch entfaltet. Gleichzeitig bietet es die Möglichkeit, eigene künstlerische, kulturelle oder forschende Zugänge auszuprobieren und im Dialog zu schärfen.

Veranstaltet wird das Barcamp vom Kulturreferat für Russlanddeutsche in Kooperation mit der Akademie am Tönsberg, an der die Veranstaltung auch stattfindet (Oerlinghausen). Ergänzend zum Werkstattcharakter der Tage gehört eine gemeinsame Exkursion in das Museum für russlanddeutsche Kulturgeschichte in Detmold zum Programm.

Inhaltlich verknüpft das Barcamp den 85. Gedenktag der Deportation der Russlanddeutschen mit aktuellen Fragen kultureller Erinnerung: Nach dem Überfall der Wehrmacht auf die Sowjetunion 1941 wurden ethnisch deutsche Bürgerinnen und Bürger kollektiv der Kollaboration beschuldigt, deportiert und repressiert. Obwohl die Bundesrepublik die Betroffenen später als besondere Opfergruppe anerkannte, blieb das damit verbundene Kollektivtrauma lange Zeit unausgesprochen. Viele seiner Wirkungen traten erst in den Folgegenerationen hervor – ein Phänomen, das heute als transgenerationale Weitergabe von Traumata gut erforscht ist. Das Barcamp schafft einen Raum, in dem Teilgeber*innen ihre künstlerischen Ansätze, Ideen und Projekte vorstellen und gemeinsam mit Expert*innen reflektieren können.

Termin: 23. bis 27. Februar 2026

Ort: Akademie am Tönsberg, Oerlinghausen

Teilnahmebeitrag: 50 € (Übernachtung und Vollpension)

Anmeldung: bis zum 8. Februar 2026 unter info@akademie-am-tönsberg.de

Anerkennung als Bildungsurlaub möglich:

Die Teilnahme kann in NRW als Bildungsurlaub anerkannt werden – Anerkennungen in anderen Bundesländern (ausgenommen Bayern und Sachsen) sind in der Regel möglich, aber mit Vorlauf zu klären.

Zielgruppe: Kreative und Kulturschaffende zu russlanddeutscher Kultur, Geschichte und Gegenwart.