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Aktuelles - Dezember 2025

Du möchtest wissen, was extern oder intern bei uns los ist? Dann bist du hier genau richtig. Hier findest du verschiedene aktuelle Veranstaltungen.

Under Broken Skies: Ausstellung zu bedrohtem deutsch-ukrainischem Kulturerbe eröffnet

Am 20. November 2025 wurde im Museum für russlanddeutsche Kulturgeschichte in Detmold die Ausstellung Under Broken Skies. Ukrainisch-deutsches Kulturerbe an der Frontlinie eröffnet.

Zahlreiche Besucherinnen und Besucher – darunter auch eine Gruppe junger Geflüchteter aus der Ukraine – nahmen teil. Die Schau thematisiert das bedrohte Kulturerbe der deutschstämmigen Gemeinschaften in der heutigen Ukraine: einst lebendige Erinnerungsorte, heute vielfach vom Krieg gefährdet. Mit historischen Fotos, aktuellen Bildern und einem Begleitkatalog möchte die Ausstellung den Verlust sichtbarer Erinnerungsorte dokumentieren und ein Zeichen gemeinsamer Erinnerung setzen. Under Broken Skies ist bis zum 20. Juli 2026 zu sehen.

Für Hörinteressierte: Die Beiträge bei Deutschlandfunk — in der Sendung Informationen am Morgen sowie in Kultur Heute vom 21. November — liefern weitere Hintergründe zur Ausstellung.


Vierte Hospitationsrunde: Anna Graf und Daniel Bruch im Museum zu Gast

Im November 2025 absolvierten Anna Graf und Daniel Bruch aus Kasachstan ihre zweiwöchige Hospitation im Museum für russlanddeutsche Kulturgeschichte. Das Programm wird vom Bundesinnenministerium gefördert und in Kooperation mit der Gesellschaft Wiedergeburt in Kasachstan sowie dem Jugend- und Studentenring der Deutschen aus Russland e.V. durchgeführt.

Die beiden Teilnehmenden erhielten fundierte Einblicke in Archiv-, Museums- und Vermittlungsarbeit, arbeiteten mit historischen Beständen und digitalen Rechercheinstrumenten und entwickelten eigene kleine Projekte: Daniel Bruch recherchierte zur Biografie des wolgadeutschen Trainers Alexander Keller, während Anna Graf zu den Auswirkungen der sowjetischen Kollektivierung auf Deutsche in Kasachstan forschte.

Das Hospitationsprogramm bringt das vierte Jahr in Folge aktive Mitglieder der Organisationen der Deutschen in Kasachstan nach Detmold. Es ermöglicht jungen Forschenden und Vermittlern Erfahrungen und Material für deren Aktivitäten in Kasachstan zu sammeln. In dem größten Land Zentralasien leben noch etwa 225.000 Deutsche und sind somit die größte Gruppe einer deutschen Minderheit in einem nichtdeutschsprachigen Staat. 


Öffentlicher Vortrag

📅 6. Dezember 2025, 17 Uh,  Museum für russlanddeutsche Kulturgeschichte

📅 10. Dezember, 19 Uhr, Akademie am Tönsberg, Oerlinghausen

Menschen und Schicksale in Kriegszeiten. Russlanddeutsche Lebensverläufe im Zweiten Weltkrieg

Wie erlebten Russlanddeutsche den Zweiten Weltkrieg? Zwischen Stalinismus und Nationalsozialismus, zwischen Zwangsarbeit und Widerstand, zwischen Ausgrenzung und Überleben geraten Einzelschicksale oft in Vergessenheit.

Edwin Warkentin, Kulturreferent für Russlanddeutsche, gibt in seinem Beitrag Einblicke in wenig beachtete und bekannte Perspektiven. Neben den kollektiven Erfahrungen der Deportation und Einsatz in der Arbeitsarmee erzählt er unter anderem von einer wolgadeutschen Partisanin im besetzten Minsk, einem Fußballtrainer, der vor seiner Deportation ein Erstligateam in Stalingrad coachte und selbst im Arbeitslager den geleibten Sport nicht aufgab, einem gläubigen Russlanddeutschen, der in NS- Verbrechen verwickelt wurde. Und einem jungen Studenten, der maßgeblich den Widerstand gegen Hitler prägte.

Der bebilderte Vortrag eröffnet einen vielschichtigen Blick auf Krieg, Trauma und Erinnerung mit neuen Aspekten auch 80 Jahre nach Kriegsende.

Dauer 70 Minuten


Barcamp

Unausgesprochenes. Kunst und Kultur als Sprachraum für russlanddeutsche Erfahrungen

📅 23.–27. Februar 2026

📍 Akademie am Tönsberg, Oerlinghausen

Wie können traumatische Erfahrungen der Russlanddeutschen künstlerisch und kulturell verarbeitet und im transgenerationalen Kontext reflektiert werden? Dieses Barcamp lädt Kreative und Kulturschaffende ein, eigene Projekte, Ideen und Fragen rund um Erinnerung, Geschichte und Gegenwart einzubringen und in offenen Sessions gemeinsam weiterzuentwickeln. Als partizipatives Format lebt das Barcamp davon, dass Impulse aus der Gruppe entstehen und vielfältige Zugänge erprobt werden können.

Veranstaltet vom Kulturreferat für Russlanddeutsche und der Akademie am Tönsberg, findet das Barcamp vom 23. – 27. Februar 2026 in Oerlinghausen statt. Eine Exkursion zum Museum für russlanddeutsche Kulturgeschichte in Detmold ergänzt das Programm. Ausgangspunkt ist der 85. Gedenktag der Deportation der Russlanddeutschen und die Frage nach der Sichtbarkeit eines lange unausgesprochenen kollektiven Traumas sowie seiner transgenerationalen Weitergabe.

Ort: Akademie am Tönsberg, Oerlinghausen
Teilnahmebeitrag: 50 € (Übernachtung & Vollpension)
Anmeldeschluss: 8. Februar 2026
Bildungsurlaub möglich


Online-Umfrage zu Zugehörigkeit und Identität

Im Rahmen ihrer Masterarbeit an der Universität Bielefeld führt die Soziologin Kristina Schilling eine wissenschaftliche Untersuchung zum Erleben von Zugehörigkeit, Identität und „Zuhausegefühl“ in Deutschland durch. Im Mittelpunkt stehen dabei die Perspektiven von (Spät-)Aussiedler:innen, deren Lebenswege bis heute eine prägende Rolle im gesellschaftlichen Diskurs über Migration und Teilhabe spielen.

Das Forschungsprojekt beleuchtet, wie Menschen mit dieser Migrationsbiografie ihre Zugehörigkeit in Deutschland wahrnehmen, welche historischen, sozialen und kulturellen Faktoren diese Erfahrungen prägen und wie sich unterschiedliche Identitätskonstruktionen entwickeln. Die gewonnen Erkenntnisse sollen zu einem differenzierten Verständnis gesellschaftlicher Vielfalt beitragen.

Die Teilnahme an der Online-Befragung ist freiwillig, anonym, und dauert 10-15 Minuten.

Die Umfrage ist in Deutsch, Englisch und Russisch durchführbar.


Jugendwettbewerb: “Umbruchszeiten”

Am 1. September 2025 startet die vierte Runde des bundesweiten Jugendwettbewerbs „Umbruchszeiten. Deutschland im Wandel seit der Einheit“. Der Jugendwettbewerb richtet sich an Jugendliche zwischen 13 und 19 Jahren aller Schulformen und außerschulische Institutionen.

Im Jugendwettbewerb gehen Jugendliche als Gruppe auf historische Spurensuche und erkunden die Jahre seit 1989/90. Ihre Entdeckungen können sie kreativ verarbeiten – z. B. in Podcasts, Videos, Texten, Comics, Social-Media-Projekten oder künstlerischen Arbeiten. Das Thema dieser Wettbewerbsrunde lautet „Neue Begegnungen“.

Zu gewinnen gibt es 30 Preise mit bis zu 3.000 Euro Preisgeld und eine Reise nach Berlin zur Preisverleihung.

Einsendeschluss ist der 1. Februar 2026.

Die Bundesstiftung Aufarbeitung zählt zu bedeutenden Partnern des Museums für russlanddeutsche Kulturgeschichte.