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Aktuelles - Januar 2026

Du möchtest wissen, was extern oder intern bei uns los ist? Dann bist du hier genau richtig. Hier findest du verschiedene aktuelle Veranstaltungen.

Lesung und Gespräch mit Fredy Gareis
„Als ich gegen Stalin im Armdrücken gewann“

Lew Kopelew Forum, Köln | 29. Januar 2026 | 18 Uhr

Reisebuchautor Fredy Gareis stellt sein aktuelles Buch Als ich gegen Stalin im Armdrücken gewann (Piper, 2025) vor. Gareis, geboren 1975 in Kasachstan und aufgewachsen in Deutschland, ist Schriftsteller und Journalist mit langjähriger Erfahrung bei Medien wie Die Zeit, Der Tagesspiegel und Deutschlandradio, für die er u.a. aus dem Nahen Osten berichtete. Seit 2013 arbeitet er als freier Autor und hat u. a. Spiegel-Bestseller wie König der Hobos, 100 Gramm Vodka oder Vier Räder, Küche, Bad veröffentlicht.

Auslöser für seine jüngste Reise war der Krieg Russlands gegen die Ukraine. Um besser zu verstehen, wie Menschen entlang der geopolitisch aufgeladenen Grenze leben und denken, folgte er dem Verlauf des früheren Eisernen Vorhangs – von der Arktis bis zum Bosporus, durch elf Länder und unterschiedlichste Lebenswirklichkeiten. Sein Buch verbindet diese Eindrücke mit journalistischer Beobachtung und beschreibt, wie historische Bruchlinien und aktuelle Konflikte im Alltag der Menschen sichtbar werden. Dabei greift er auch auf persönliche Erfahrungen seiner russlanddeutschen Herkunft und der Aussiedlung in Zeiten des Kalten Krieges.

Das Gespräch moderiert die Journalistin und Osteuropahistorikerin Katharina Heinrich.

Die Veranstaltung ist eine Kooperation des Kulturreferats für Russlanddeutsche mit dem Lew Kopelew Forum.


Lesung und Gespräch mit Elli Unruh
Aus dem Roman "Fische im Trüben"

Museum für russlanddeutsche Kulturgeschichte | 19. Februar 2026 | 19 Uhr

Die Autorin Elli Unruh liest aus ihrem Debütroman Fische im Trüben und spricht über das Schreiben, familiäre Erinnerung und historische Erfahrungen deutscher Mennoniten in der Sowjetunion.

Fische im Trüben erzählt die Geschichte einer deutschen Minderheit in der Sowjetunion, geprägt von eigener Sprache, religiösen Traditionen und einem Alltag unter ständiger Beobachtung eines totalitären Staates. Der Roman spannt den Bogen von den mennonitischen Siedlungen im Russischen Zarenreich über Revolution, Verfolgung und Deportationen bis zur Entspannung unter Chruschtschow.

Elli Unruh wurde 1987 in Georgijewka in Kasachstan geboren und wuchs in Süddeutschland auf. Sie arbeitet heute im Deutschen Literaturarchiv Marbach. Für die Fertigstellung ihres ersten Romans erhielt sie Förderungen der Kunststiftung sowie des Förderkreises für Schriftsteller:innen in Baden-Württemberg. Sie lebt mit ihrer Familie in Stuttgart.

Im Gespräch geht es um literarische Perspektiven auf Geschichte, um Erinnerung und um die Frage, wie sich familiäre Erfahrungen in Gegenwartsliteratur übersetzen lassen.

Eintritt: frei
Moderation: Edwin Warkentin, Kulturreferent für Russlanddeutsche


Akademie, Exkursion und Werkstatt: „Gemeinsam erinnern?“ – Inklusive Erinnerungskultur in der postmigrantischen Gesellschaft

 14 .– 21. Juni 2026, Oerlinghausen und Berlin

Wie kann Erinnerungskultur vielfältiger und inklusiver werden? Das Werkstattprojekt „Gemeinsam erinnern?“ rückt Perspektiven von Spätaussiedler:innen, jüdischen Kontingentflüchtlingen und weiteren Menschen mit postsowjetischer Migrationsgeschichte in den Mittelpunkt.

Vom 14.–21. Juni 2026 findet eine einwöchige Akademiewoche in Oerlinghausen sowie mit Exkursionen u. a. nach Friedland und Berlin statt. Rund 16 Teilnehmende aus Bildung, Medien, Museen und Zivilgesellschaft entwickeln eigene journalistische, didaktische oder museale Formate zur Erinnerungskultur.

Die Akademiewoche umfasst:

  • Besuche von zentralen Institutionen der Erinnerungsarbeit, Impulse und Workshops mit Expertinnen und Experten,
  • moderierte Gruppenphasen zur Erarbeitung eigener Beiträge (z. B. didaktisches Konzept, journalistischer Artikel, Ausstellungsidee, Workshopformat o Ä.),
  • ein öffentliches Abschlussseminar mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Kultur und Zivilgesellschaft

Die Teilnahme ist kostenfrei. Bewerbung und weitere Informationen online.

Ein Projekt von Deutsche Gesellschaft e. V., der Akademie am Tönsberg und dem Kulturreferat für Russlanddeutsche am Museum für russlanddeutsche Kulturgeschichte, gefördert durch die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur.


Barcamp

Unausgesprochenes. Kunst und Kultur als Sprachraum für russlanddeutsche Erfahrungen

📅 23.–27. Februar 2026

📍 Akademie am Tönsberg, Oerlinghausen

Wie können traumatische Erfahrungen der Russlanddeutschen künstlerisch und kulturell verarbeitet und im transgenerationalen Kontext reflektiert werden? Dieses Barcamp lädt Kreative und Kulturschaffende ein, eigene Projekte, Ideen und Fragen rund um Erinnerung, Geschichte und Gegenwart einzubringen und in offenen Sessions gemeinsam weiterzuentwickeln. Als partizipatives Format lebt das Barcamp davon, dass Impulse aus der Gruppe entstehen und vielfältige Zugänge erprobt werden können.

Veranstaltet vom Kulturreferat für Russlanddeutsche und der Akademie am Tönsberg, findet das Barcamp vom 23. – 27. Februar 2026 in Oerlinghausen statt. Eine Exkursion zum Museum für russlanddeutsche Kulturgeschichte in Detmold ergänzt das Programm. Ausgangspunkt ist der 85. Gedenktag der Deportation der Russlanddeutschen und die Frage nach der Sichtbarkeit eines lange unausgesprochenen kollektiven Traumas sowie seiner transgenerationalen Weitergabe.

Ort: Akademie am Tönsberg, Oerlinghausen
Teilnahmebeitrag: 50 € (Übernachtung & Vollpension)
Anmeldeschluss: 8. Februar 2026
Bildungsurlaub möglich


Theaterperformance „Das Haus“ von Pia Wagner

25. Februar 2026, 19 Uhr | Hedwigskapelle Oerlinghausen I Hermannstraße 86

„Wenn ich darüber rede, sage ich höchstens: wir waren Russlanddeutsche.“

In der eindringlichen Solo-Performance „Das Haus“ begibt sich Pia Alena Wagner auf eine persönliche und zugleich kollektive Spurensuche nach Herkunft, Geschichte und Zugehörigkeit. Aus Fotografien, gezeichneten Bildern, dokumentarischen Fragmenten und dem Körper der Performerin entsteht ein lebendiges Mosaik familiärer Erinnerung.

Wagner schlüpft in unterschiedliche Rollen, füllt Leerstellen der Überlieferung und lässt die Vergangenheit erneut atmen. Die Geschichte ihrer Großeltern – geprägt von Oktoberrevolution, Nationalsozialismus, Zweitem Weltkrieg und sowjetischer Nachkriegsordnung – wird körperlich erfahrbar. Zwangsumsiedlung, Mitläufertum, Schuld und Überleben stehen dabei ebenso im Raum wie Schweigen und Weiterleben.

Pia Alena Wagner ist Performerin, Schauspielerin und Tänzerin mit Schwerpunkt Physical Theatre. Sie studierte an der Folkwang Universität der Künste in Essen und arbeitet seit 2014 freischaffend in der freien Theater- und Performanceszene in Nordrhein-Westfalen und international. In ihren Arbeiten verbindet sie körperbasiertes Spiel mit dokumentarischem Material und autobiografischen Fragestellungen. Sie ist Mitbegründerin des atelier automatique in Bochum.

„Das Haus“ ist eine Einladung, über Heimat, Identität und Zugehörigkeit nachzudenken – sensibel, eindringlich und hochaktuell.

Die Aufführung findet in der Hedwigskapelle statt und ist ein Angebot der Akademie am Tönsberg und des Kulturreferates für Russlanddeutsche im Rahmen des Barcamps „Unausgesprochenes“.


Lena Wolf mit Hessischem Preis für „Flucht, Vertreibung und Eingliederung“ 2025 ausgezeichnet

    Das Buch (Graphic Novel) von Lena Wolf, Möge die Welt Dein Zuhause sein - eine deutsche Geschichte aus Kasachstan, wurde mit dem Hessischen Preis für „Flucht, Vertreibung und Eingliederung“ ausgezeichnet. Wir freuen uns mit Lena Wolf. Es war uns eine Ehre, Hauptunterstützer des Projekts gewesen zu sein.