Aktuelles - Juli 2026
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Save the Date: Deportation und Erinnerung – Zentrale Gedenkveranstaltung in Berlin
18. September 2026, 18:30 Uhr I Dokumentationszentrum Flucht, Vertreibung, Versöhnung, Berlin
Anlässlich des 85. Jahrestages der Deportation der Russlanddeutschen laden das Bundesinstitut für Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa (BKGE), das Kulturreferat für Russlanddeutsche und das Museum für russlanddeutsche Kulturgeschichte am 18. September 2026 zur zentralen Gedenk- und Diskussionsveranstaltung in das Dokumentationszentrum Flucht, Vertreibung, Versöhnung in Berlin ein.
Im Mittelpunkt steht die Erinnerung an die Zwangsumsiedlung der Russlanddeutschen im Jahr 1941 und ihre Folgen. Zugleich richtet die Veranstaltung den Blick auf die Gegenwart und fragt, wie die Erfahrungen der Russlanddeutschen dauerhaft im historischen Gedächtnis der deutschen Einwanderungsgesellschaft verankert werden können.
Mit Gruß- und Wortbeiträgen werden unter anderem Bundesaussiedlerbeauftragter Dr. Bernd Fabritius und Prof. Dr. Irina Scherbakowa von Memorial International sprechen. Die Gesellschaft Memorial setzt sich mit der Aufarbeitung des Stalinismus auseinander und wurde 2022 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. In einer Podiumsdiskussion mit Museumsleiter Kornelius Ens, Autorin Irene Langemann, Historiker Hans-Christian Petersen und Verbandsvertreter Johann Thießen, moderiert von der Journalistin Katharina Heinrich, werden die Auswirkungen dieses Kriegsfolgenschicksals auf die Deutschen aus der früheren Sowjetunion bis in die Gegenwart diskutiert. Kulturreferent Edwin Warkentin rundet die Veranstaltung ab.
Umrahmt wird die Veranstaltung von einer internationalen wissenschaftlichen Konferenz der Wissenschaftlichen Kommission für Deutsche in und aus Osteuropa, WKDO, die ebenso im Dokumentationszentrum Flucht, Vertreibung, Versöhnung vom 18.-20. September 2026 stattfinden wird.
Eine Anmeldung ist demnächst über die Webseite des Dokumentationszentrums möglich. Mehr Infos dazu folgen im nächsten Newsletter.
Gesprächsabend zu Deportationen und Erinnerung
Freitag, 17. Juli 2026, 19:00 Uhr
HeidelBERG-Café im Bürgerhaus, Forum 1, 69126 Heidelberg
Am 17. Juli laden Mosaik Deutschland e. V., die Initiative O(s)tklick und das Kulturreferat für Russlanddeutsche zu einem moderierten Gespräch nach Heidelberg ein. Ausgangspunkt ist die Webdokumentation „Lost History – Shared Memories“ (2021), die die stalinistischen Deportationen von Russlanddeutschen und Tschetschenen sowie deren Folgen für Migration, Identität und Ankommen in Deutschland thematisiert. Über gemeinsame und unterschiedliche Erinnerungsperspektiven diskutieren Dr. Marit Cremer, Edwin Warkentin und die Moderatorin Dr. Bettina Kaibach (Universität Heidelberg).
Begleitend wird ein Auszug aus der historischen Übersicht des Magazins „Jolki-Palki!“ der Illustratorin Juliane Lipp als Ausstellung präsentiert. Die Veranstaltung ist Teil der Reihe „Lasst die Bubble platzen! – Miteinander kontrovers im Dialog“.
Design: Soner Aktas
Museum auf der Jahrestagung des Vereins für Freikirchenforschung
In der Baptistenkirche Wedding in Berlin trafen sich Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft und Kirche, um das 100-jährige Jubiläum der Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF) zu würdigen. Das Museum für russlanddeutsche Kulturgeschichte war durch Heinrich Wiens vertreten, der in einem Impulsvortrag die Perspektive der russlanddeutschen Gemeinden einbrachte.
Die Jahrestagung, organisiert vom Verein für Freikirchenforschung (VFF) in Kooperation mit der VEF, fand vom 30. April bis zum 2. Mai 2026 statt. Sie bot ein abwechslungsreiches Programm zur wechselvollen Geschichte der ökumenischen Zusammenarbeit in Deutschland. Für das Museum war die Teilnahme an dieser wissenschaftlichen Tagung eine wichtige Gelegenheit, die Geschichte russlanddeutscher Christen in den breiteren Kontext der deutschen Freikirchengeschichte einzuordnen. Der Austausch mit Fachleuten, sowie Vertreterinnen und Vertretern unterschiedlicher Kirchenverbände bestätigte uns in unserem Auftrag, nicht nur Exponate zu bewahren, sondern auch aktiv an der historisch-kritischen Reflexion mitzuwirken.
Das Museum freut sich darauf, den fachlichen Austausch fortzusetzen sowie auf zukünftige Kooperationsmöglichkeiten.
Weitere Informationen zur Arbeit des Vereins für Freikirchenforschung finden Sie unter www.freikirchenforschung.de.
Akademiewoche „Gemeinsam Erinnern“: Erinnerungskultur neu denken
Vom 14. bis 21. Juni 2026 kamen im Rahmen des Projekts „Gemeinsam Erinnern – Erinnerungskultur, Teilhabe und Bildung in der postmigrantischen Gesellschaft“ zwanzig Teilnehmende aus dem gesamten Bundesgebiet in Oerlinghausen und Berlin zusammen. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie die Erfahrungen von Russlanddeutschen und jüdischen Kontingentflüchtlingen aus der ehemaligen Sowjetunion stärker Teil einer pluralen deutschen Erinnerungskultur werden können.
Die Akademiewoche verband Workshops und Expertengesprächen mit Besuchen zentraler Erinnerungsorte, darunter das Museum für russlanddeutsche Kulturgeschichte, die Gedenkstätte Stalag 326 (VI K) Senne, das Museum Friedland, die Erinnerungsstätte Marienfelde, das Dokumentationszentrum Flucht, Vertreibung, Versöhnung sowie das Jüdische Museum Berlin. Ergänzt wurde das Programm durch eine Lesung des Journalisten Fredy Gareis sowie einen Runden Tisch mit Maria Bering, stellv. Amtsleiterin BKM zum neuen Gedenkstättenkonzept des Bundes.
Die Teilnehmenden erhielten fundierte Einblicke in aktuelle erinnerungspolitische Debatten und unterschiedliche Formen historischer Vermittlung. Die dabei gewonnenen Impulse fließen nun in eigene Bildungs- und Erinnerungsprojekte ein, die ab dem 13. Oktober 2026 auf www.junge-russlanddeutsche.de veröffentlicht werden.
“Under Broken Skies” jetzt im Baukunstarchiv NRW
26. Juni – 9. August 2025, Baukunstarchiv NRW, Dortmund
Die Ausstellung „Under Broken Skies. Ukrainisch-deutsches Kulturerbe an der Frontlinie“, die 2025 vom Kulturreferat für Russlanddeutsche am Museum für russlanddeutsche Kulturgeschichte initiiert wurde, ist ab sofort im Baukunstarchiv NRW in Dortmund zu sehen. Sie dokumentiert anhand aktueller Fotografien und historischer Aufnahmen aus den Sammlungen des Museums das gefährdete deutsch-ukrainische Kulturerbe in den vom Krieg betroffenen Regionen der Ukraine.
Zur Eröffnung unterstrich der Rektor der TU Dortmund, Prof. Dr. Manfred Bayer, die Bedeutung des Projekts vor dem Hintergrund der anhaltenden Zerstörung von Kulturgütern und der besonderen historischen Verbindungen zum deutschen Kulturerbe in den Frontregionen der Ukraine. Für die Präsentation in Dortmund wurde die Ausstellung gestalterisch überarbeitet; zudem ist der begleitende Ausstellungskatalog nun in einer zweiten Auflage erschienen.
Ausstellung „Kyrgyzstan Diaries“ eröffnet
Am 12. Juni wurde im Museum für russlanddeutsche Kulturgeschichte die Ausstellung „Kyrgyzstan Diaries“ der Fotografin Irina Unruh eröffnet. Die Ausstellung verbindet dokumentarische Fotografien mit persönlichen Erinnerungen und widmet sich den Themen Herkunft, Migration und Identität. Im Mittelpunkt stehen Aufnahmen aus Bergtal (heute Rot-Front), einem historischen deutschen Dorf in Kirgistan, dessen Gründung sich in diesem Jahr zum 100. Mal jährt. Ergänzt wird die Ausstellung durch Fotografien aus der Serie „Djamila“ über Frauenrechte sowie Bilder aus dem Walnusswald von Arslanbob.
Begleitend zur Ausstellung erschien ein umfangreicher Katalog mit Fotografien und Texten von Irina Unruh. Das Buchdesign stammt von Elena Rohloff. Anlässlich des 100-jährigen Jubiläums von Bergtal fand am 20. Juni zudem ein Thementag mit zahlreichen Besucherinnen und Besuchern sowie einer Autorinnenführung durch die Ausstellung statt.
„Kyrgyzstan Diaries“ ist ein gemeinsames Projekt des Museums für russlanddeutsche Kulturgeschichte und des Kulturreferates für Russlanddeutsche.
Podiumsgespräch: Alexander Schmorell. Zweitzeugengespräch über Migration, Widerstand und Erinnern
An einem hochsommerlichen Abend fanden sich am 23. Juni zahlreiche Interessierte im Haus des Deutschen Ostens in München zu einem Podiumsgespräch über Alexander Schmorell ein. Begrüßt wurden die Gäste vom Direktor des Hauses, Prof. Dr. Andreas Weber.
Im Gespräch mit Markus Schmorell, Neffe des Widerstandskämpfers und langjährigem „Zweitzeugen“ seines Onkels, standen die russlanddeutschen Wurzeln der Familie, Alexander Schmorells Beitrag zur Weißen Rose und die Erinnerung an ihn im Mittelpunkt. Markus Schmorell zeichnete eindrucksvoll den Weg seiner Familie von Orenburg im Russischen Reich über Revolution und Bürgerkrieg bis zur Flucht nach München nach. Er schilderte das deutsch-russisch-jüdische Umfeld der Familie in der Emigration und machte deutlich, wie Erfahrungen von Heimatverlust, kultureller Mehrfachzugehörigkeit und dem aufkommenden Nationalsozialismus Alexander Schmorells späteres Handeln prägten.
Kritische Töne wurden hinsichtlich der vergleichsweise geringen öffentlichen Wahrnehmung Alexander Schmorells innerhalb der Weißen Rose angeschlagen, ebenso mit Blick auf aktuelle Tendenzen, sein Vermächtnis politisch zu vereinnahmen.
Die Veranstaltung war eine Kooperation des Hauses des Deutschen Ostens mit dem Kulturreferat der Landeshauptstadt München. Das Gespräch moderierte Edwin Warkentin. Ein Videomitschnitt wird in Kürze auf dem YouTube-Kanal vom “Haus des Deutschen Ostens” veröffentlicht.
Preisgeld für herausragendes Engagement
Unter dem Motto „Miteinander – sichtbar!“ zeichnet der Niedersächsische Landesbeauftragte für Migration und Teilhabe, Deniz Kurku, auch 2026 wieder Projekte aus, die die Teilhabe von Spätaussiedlerinnen und Spätaussiedlern stärken und ihre Lebensrealitäten sichtbar machen.
Vergeben werden drei Preise à 2.000 Euro für Projekte, Initiativen oder Engagements in Niedersachsen, die:
- gesellschaftliche Teilhabe fördern,
- Geschichte, Kultur und Perspektiven von Spätaussiedlerinnen und Spätaussiedlern sichtbar machen oder
- Fragen von Identität, Zugehörigkeit und Wahrnehmung thematisieren.
Bewerben können sich Vereine, Initiativen, Institutionen und Einzelpersonen mit laufenden oder nach dem 1. Juni 2026 abgeschlossenen Projekten. Eigenbewerbungen und Vorschläge durch Dritte sind möglich.
Die Preisverleihung findet am 5. November 2026 in Hannover statt.
Einsendeschluss ist der 31.08.2026. Bewerbungen bitte per E-Mail an: