Aktuelles - Juni 2026
Du möchtest wissen, was extern oder intern bei uns los ist? Dann bist du hier genau richtig. Hier findest du verschiedene aktuelle Veranstaltungen.
Irina Unruh: Kyrgyzstan Diaries – Ein fotografisches Tagebuch
Vernissage I 12. Juni 2026, 18 Uhr I Museum für russlanddeutsche Kulturgeschichte
Zwischen Gebirgslandschaften Zentralasiens und Spuren deutscher Lebenstraditionen erzählt die Ausstellung von Herkunft, Migration und der Suche nach Zugehörigkeit. Im Mittelpunkt steht Bergtal, das heutige Rot-Front – ein deutsches Dorf in Kirgistan. Viele ehemalige Bewohner fanden später in Ostwestfalen eine neue Heimat.
Die international renommierte Fotografin Irina Unruh verbindet in ihren Arbeiten persönliche Erinnerungen mit dokumentarischen Beobachtungen des heutigen Kirgistans. Fotografien aus Bergtal, der Serie „Djamila“ über Frauenrechte sowie Bilder aus dem Walnusswald von Arslanbob eröffnen Perspektiven auf Menschen, Landschaften und gesellschaftliche Veränderungen in Zentralasien. Die Einblicke schaffen einen Dialog über Erinnerung, Identität und die unsichtbaren Verbindungen zwischen Vergangenheit und Gegenwart.
Die Ausstellung entsteht anlässlich des hundertjährigen Jubiläums von Bergtal/Rot-Front. Ein Projekt des Museums für russlanddeutsche Kulturgeschichte und des Kulturreferates für Russlanddeutsche. Gefördert vom Bundesministerium des Innern und des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen.
Fredy Gareis: Als ich gegen Stalin im Armdrücken gewann
Lesung und Gespräch I 16. Juni, 19 Uhr I Hedwigskapelle, Oerlinghausen
Reisebuchautor Fredy Gareis stellt sein aktuelles Buch Als ich gegen Stalin im Armdrücken gewann (Piper, 2025) vor. Gareis, geboren 1975 in Kasachstan und aufgewachsen in Deutschland, ist Schriftsteller und Journalist mit langjähriger Erfahrung bei Medien wie Die Zeit, Der Tagesspiegel und Deutschlandradio, für die er u.a. aus dem Nahen Osten berichtete. Seit 2013 arbeitet er als freier Autor und hat u. a. Spiegel-Bestseller wie König der Hobos, 100 Gramm Vodka oder Vier Räder, Küche, Bad veröffentlicht.
Auslöser für seine jüngste Reise war der Krieg Russlands gegen die Ukraine. Um besser zu verstehen, wie Menschen entlang der geopolitisch aufgeladenen Grenze leben und denken, folgte er dem Verlauf des früheren Eisernen Vorhangs – von der Arktis bis zum Bosporus, durch elf Länder und unterschiedlichste Lebenswirklichkeiten. Sein Buch verbindet diese Eindrücke mit journalistischer Beobachtung und beschreibt, wie historische Bruchlinien und aktuelle Konflikte im Alltag der Menschen sichtbar werden. Dabei greift er auch auf persönliche Erfahrungen seiner russlanddeutschen Herkunft und der Aussiedlung in Zeiten des Kalten Krieges.
Das Gespräch moderiert Edwin Warkentin, Kulturreferent für Russlanddeutsche.
Die Veranstaltung ist eine Kooperation der Deutschen Gesellschaft e.V., der Akademie am Tönsberg und des Kulturreferats für Russlanddeutsche
Podiumsgespräch: Alexander Schmorell. Zweitzeugengespräch über Migration, Widerstand und Erinnern
Podiumsgespräch mit Markus Schmorell I 23. Juni 2026, 19.00 Uhr I Haus des Deutschen Ostens, München
Edwin Warkentin (Kulturreferent für Russlanddeutsche) spricht mit Markus Schmorell, dem Neffen des Widerstandskämpfers Alexander Schmorell, Mitglied der Weiße Rose und 1943 von den Nationalsozialisten ermordet.
Markus Schmorell bezeichnet sich als „Zweitzeugen“ – geboren nach dem Tod seines Onkels, trägt er dessen Geschichte aus familiärer Erinnerung weiter. Im Gespräch geht es um Alexander Schmorells Rolle im Widerstand ebenso wie um die russlanddeutschen Wurzeln seiner Familie: ostpreußische Herkunft, Aufstieg und Leben im russischen Orenburg, Flucht nach der Revolution und Ankunft in München als Teil der sogenannten russischen Emigration.
Wir fragen nach Schmorells Identität zwischen den Kulturen – und nach seiner Stellung in der Erinnerungskultur. Warum steht er oft im Schatten der Geschwister Scholl? Welche Bedeutung hat seine Biografie heute in einer von Migration geprägten Gesellschaft?
Auch die Ambivalenz des Gedenkens wird zur Sprache kommen – zwischen transnationaler und interkonfessioneller Würdigung, Deutung und möglicher Vereinnahmung – sowie die Frage, was Alexander Schmorell wohl zur Gegenwart sagen würde.
Ein Abend über Widerstand, Herkunft und die Verantwortung der Erinnerung.
Neuer Ausstellungsort: Under Broken Skies. Ukrainisch-deutsches Kulturerbe an der Frontlinie
26. Juni – 9. August 2025, Baukunstarchiv NRW, Dortmund
Die Fotoausstellung „Under Broken Skies. Ukrainisch-deutsches Kulturerbe an der Frontlinie" ist vom 26. Juni bis 9. August 2026 im Baukunstarchiv NRW in Dortmund zu sehen. Die Vernissage findet am 25. Juni 2026 um 19:00 Uhr statt.
Die Dortmunder Präsentation wird in Kooperation mit dem Kulturreferat für Russlanddeutsche am Museum für russlanddeutsche Kulturgeschichte, dem Baukunstarchiv NRW, der Technischen Universität Dortmund sowie dem Liaison Office Osteuropa/Zentralasien der Universitätsallianz Ruhr realisiert.
Die Ausstellung widmet sich der Gefährdung und Zerstörung des gemeinsamen ukrainisch-deutschen Kulturerbes infolge des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine. Im Mittelpunkt stehen historische Orte im Süden und Osten des Landes, in denen seit dem 18. Jahrhundert deutsche Gemeinschaften lebten und deren bauliches Erbe heute beschädigt oder bedroht ist.
Gezeigt werden Fotografien aus den vom Krieg betroffenen Regionen, ergänzt durch Archivmaterial aus den Beständen des Museums für russlanddeutsche Kulturgeschichte in Detmold. Die von Irina Unruh kuratierte Ausstellung lädt zur Auseinandersetzung mit historischen Verflechtungen und aktuellen Fragen des Kulturerhalts ein.
Mit seinem Engagement unterstützt das Liaison Office der UA Ruhr den wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Austausch mit Osteuropa und setzt Impulse für den Dialog über Erinnerungskultur, Kulturerbe und aktuelle Entwicklungen in der Region.
Ort: Baukunstarchiv NRW, Ostwall 7, Dortmund
Vernissage: 25. Juni 2026, 19:00 Uhr
Anmeldung zur Vernissage bis 17.06.2026:
Save-the-Date: Das Wir-Archiv. Erinnerungen im Dialog
Eröffnung am 17. Oktober im Museum für russlanddeutsche Kulturgeschichte!
Zum ersten Mal gestalten Besuchende eine Ausstellung des Museums aktiv mit: Ab dem 17. Oktober können im „Wir-Archiv“ eigene Erinnerungen und sogar Ausstellungsstücke eingebracht werden. Das Ausstellungsformat richtet sich an Menschen, die selbst erzählen möchten, anstatt ihre Geschichte anderen zu überlassen. Dabei finden die Perspektiven von Menschen mit und ohne russlanddeutschen Hintergrund gleichermaßen ihren Platz.
Gleichzeitig hält die Ausstellung viele lustige, traurige und immer bewegende Geschichten bereit. Mit teils skurrilen Exponaten aus über 30 Jahren Sammlungsgeschichte lädt das „Wir-Archiv“ dazu ein, über Themen wie Migration, Diktatur, Heimat und Zugehörigkeit nachzudenken. Dabei richtet sich der Blick immer auch nach vorn – auf die Frage: Wie möchten wir in Zukunft zusammenleben?
Präsentation von Exponaten des Museums beim Open Doors Tag 2026
Die Geschichte der russlanddeutschen Christen ist untrennbar mit dem Schicksal der Kirchen unter sowjetischer Herrschaft verbunden. Um diese historischen Erfahrungen in einen aktuellen Kontext zu stellen, nahm Heinrich Wiens an einer Veranstaltung des Hilfswerks Open Doors teil.
Da sich Open Doors weltweit für verfolgte Christen einsetzt, bot die Veranstaltung einen idealen Rahmen, um auch an die historische Verfolgung zu erinnern. Als besondere Exponate präsentierte unser Museum ein handabgeschriebenes Gesangbuch und Evangelien aus der sowjetischen Zeit, welche die Unterdrückung dokumentieren.
Unter den knapp 4.000 Besucherinnen und Besuchern der Veranstaltung zeigten sich besonders die jungen Gäste sehr beeindruckt. Über 1.000 Kinder nutzten die Gelegenheit, sich mit den ausgestellten Exponaten auseinanderzusetzen und biblische Texte, ganz wie die Verfolgten von einst, selbst mit der Hand abzuschreiben.