Skip to main content

Aktuelles - Mai 2026

Du möchtest wissen, was extern oder intern bei uns los ist? Dann bist du hier genau richtig. Hier findest du verschiedene aktuelle Veranstaltungen.

Barcamp „Unausgesprochenes“ in Oerlinghausen

Vom 23. bis 27. Februar 2026 fand in der Akademie am Tönsberg in Oerlinghausen das Barcamp „Unausgesprochenes. Kunst und Kultur als Sprachraum“ statt. Künstlerinnen und Künstler, Kreative sowie Kulturschaffende aus den Bereichen Film, Medien, Literatur und Theater kamen zusammen, um sich intensiv über ihre Projekte, Perspektiven und künstlerischen Zugänge zu russlanddeutschen Themen auszutauschen.

Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand die Frage, wie traumatische Erfahrungen der Russlanddeutschen künstlerisch verarbeitet werden können und welche Herausforderungen sich aus ihrer transgenerationalen Weitergabe ergeben. Das offene Format des Barcamps bot den Teilgeber*innen die Möglichkeit, eigene Themen einzubringen, Sessions selbst zu gestalten und gemeinsam weiterzuentwickeln. So entstand ein lebendiger Denk- und Arbeitsraum, der von Vielfalt, Dialog und gegenseitiger Inspiration geprägt war.

Veranstaltet wurde das Barcamp als Kooperation des Kulturreferates für Russlanddeutsche mit der Akademie am Tönsberg.

Im Rahmen der Veranstaltung fand in der Hedwigskapelle die theatralisierte Solo-Performance „Das Haus“ von Pia Alena Wagner. Darin setzte sie sich eindrücklich mit ihrer bessarabiendeutschen Familiengeschichte auseinander und machte die vielschichtigen Dimensionen von Erinnerung, Verlust und Identität erfahrbar.

Inhaltlich knüpfte das Barcamp an den 85. Gedenktag der Deportation der Russlanddeutschen im Jahr 1941 an. Die langfristigen Folgen dieses historischen Unrechts wirken bis heute nach und prägen individuelle wie kollektive Erinnerungen.

Das Barcamp „Unausgesprochenes“ schuf einen Raum, in dem diese Erfahrungen sichtbar gemacht und künstlerisch reflektiert werden konnten. Es wurde deutlich, wie wichtig der interdisziplinäre Austausch für die Weiterentwicklung neuer Perspektiven auf Geschichte, Gegenwart und Zukunft der russlanddeutschen Community ist.


Reise nach Argentinien: Begegnungen mit wolgadeutschem Leben

Vom 15. bis 20. März 2026 nahm der Kulturreferent für Russlanddeutsche an einer Delegationsreise der Initiative Riwwel gUG nach Argentinien teil. Die Reise führte nach Buenos Aires sowie in die Provinz Entre Ríos, ein Zentrum wolgadeutscher Siedlungsgeschichte in Südamerika.

Gemeinsam mit dem Beauftragten der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten, Bernd Fabritius, und einer Delegation des Bundesinnenministeriums wurden zahlreiche Projekte, Institutionen und Siedlungen von Nachfahren wolgadeutscher Auswanderer besucht.

Ein Höhepunkt der Reise war die Konferenz „Zukunft der Wolgadeutschen in Argentinien“, die am 18. März in der Siedlung Valle María stattfand. Im Zentrum der Veranstaltung standen Fragen der kulturellen Identität, der Weitergabe von Sprache und Traditionen sowie zu aktuellen Entwicklungen innerhalb der Gemeinschaft. Auch der Kulturreferent brachte sich aktiv ein: Edwin Warkentin nahm als Podiumsteilnehmer an der Diskussion teil.

Besondere Aufmerksamkeit galt der jüngsten kulturpolitischen Entwicklung in der Provinz Entre Ríos: Mit der 2025 verabschiedeten Deklaration zur Anerkennung des wolgadeutschen Dialekts als immaterielles Kulturerbe wurde eine weltweit einzigartige Würdigung dieses Teils russlanddeutscher Kultur geschaffen.

Schätzungen zufolge leben heute rund zwei Millionen Nachfahren wolgadeutscher Auswanderer in Argentinien. Viele von ihnen sind bis heute in vergleichsweise geschlossenen Siedlungsstrukturen organisiert und pflegen aktiv ihre kulturellen Wurzeln – sei es in Sprache, Brauchtum, religiösem Leben oder im gemeinschaftlichen Alltag.

Die Reise bot vielfältige Einblicke in das kulturelle Leben der wolgadeutschen Gemeinschaften und zeigte zugleich, welche Bedeutung der internationale Austausch für die Zukunft dieses Erbes hat. Im Rahmen der Reise wurden zahlreiche kulturelle und museale Einrichtungen der wolgadeutschen Gemeinschaft aufgesucht. Die Besuche boten wertvolle Einblicke in die vielfältige Erinnerungsarbeit vor Ort und verdeutlichten die große Bedeutung lokaler Initiativen für den Erhalt des kulturellen Erbes. Gleichzeitig konnten neue Kontakte zu Vertreterinnen und Vertretern von Vereinen, Museen und kulturellen Einrichtungen geknüpft und bestehende Netzwerke weiter gestärkt werden. Die Begegnungen mit lokalen Akteurinnen und Akteuren, Vereinen und Initiativen verdeutlichten, wie stark das Bewusstsein für die eigene Geschichte ausgeprägt ist – und wie engagiert an deren Weitergabe gearbeitet wird.


Besuch aus der Politik im Museum

Das Museum begrüßte am 17. April 2026 Vertreterinnen von Bündnis 90/Die Grünen zu einem Austausch über aktuelle Projekte, Herausforderungen und Zukunftsperspektiven.

Mit dabei waren unter anderem Wibke Brems, Julia Eisentraut und Christina Osei sowie Dietmar Schulmeister (DEPART e.V.). Gemeinsam mit der Museumsleitung und dem Kulturreferat standen vor allem die Rolle des Museums als Bildungsort sowie Themen wie Kulturvermittlung und Digitalisierung im Fokus.

Die Gäste erhielten Einblicke in die Dauerausstellung, das Escape Game und die Forschungsarbeit des Hauses als An-Institut der Universität Osnabrück. Dabei wurde auch deutlich, wie wichtig es ist, die Geschichte der Russlanddeutschen stärker in den öffentlichen Dialog zu bringen.

Die Politikerinnen würdigten die Arbeit des Museums als herausragende Leistung für eine demokratische Gesellschaft. Das Museum bedankt sich für den konstruktiven Austausch und das große Interesse.


LostOst: Integrationshintergrund
Geschichte(n) der mitgebrachten Generation

13.05.2026, 19:00 Uhr, Café Herzhäuschen, Köln

Talkshow und Podcast

Integration erscheint oft geradlinig, verläuft für viele Betroffene aber widersprüchlich und bruchhaft – besonders für jene, die als Kinder oder Jugendliche nach Deutschland kamen. In den 1990er-Jahren standen viele post-sowjetische Jugendliche zwischen Erwachsenwerden, Herkunft, Vorurteilen und Anpassungsdruck.

Die Talkshow greift diese Erfahrungen auf und stellt persönliche Geschichten sowie Perspektiven der sogenannten „mitgebrachten Generation“ in den Mittelpunkt. Es sprechen Katja Garmasch (Journalistin), Edwin Warkentin (Kulturreferent für Russlanddeutsche) sowie die Integrationsaktivisten Yuri Krotov und Max Gede.

Interaktive Elemente ermöglichen dem Publikum eine aktive Beteiligung. Die Veranstaltung wird live aufgezeichnet und anschließend als Folge einer Podcastreihe veröffentlicht.


Museum to go: Bus der Habseligkeiten

11.-27. Mai 2026, Baden-Baden und Landkreis Rastatt

„Nur mit meinen Büchern!“ – Für Tatjana waren sie ein Stück Heimat, als sie 2004 die Ukraine verließ. Kira aus Kasachstan nahm 1996 drei Lederflaschen mit, die sie an die Weite der Steppe erinnern. Seit 1990 kamen Spätaussiedler*innen und jüdische Kontingentflüchtlinge aus den Nachfolgestaaten der Sowjetunion nach Baden-Baden und in den Landkreis Rastatt. Viele unterstützen heute ukrainische Geflüchtete, die seit 2022 Schutz vor dem russischen Angriff suchen.

Die Ausstellung, gestaltet mit Zeitzeug*innen und Jugendlichen, stellt persönliche Gegenstände in den Mittelpunkt. Sie geben Antworten auf Fragen nach Herkunft und Identität.

Ein Projekt des Arbeitskreises Stolpersteine und des Stadtmuseums Baden-Baden, u.a. in Kooperation mit dem Kulturreferat für Russlanddeutsche.

Am 12.5., 19 Uhr, hält Edwin Warkentin in der Stadtbibliothek Baden-Baden den Vortrag „Vom Schweigen zum Sprechen“ über russlanddeutsche Stimmen der Gegenwartsliteratur.


Under Broken Skies. Ukrainisch-deutsches Kulturerbe an der Frontlinie

26. Juni – 9. August 2025, Baukunstarchiv NRW, Dortmund

Die Fotoausstellung „Under Broken Skies. Ukrainisch-deutsches Kulturerbe an der Frontlinie" ist vom 26. Juni bis 9. August 2026 im Baukunstarchiv NRW in Dortmund zu sehen. Die Vernissage findet am 25. Juni 2026 um 19:00 Uhr statt.

Die Dortmunder Präsentation wird in Kooperation mit dem Kulturreferat für Russlanddeutsche am Museum für russlanddeutsche Kulturgeschichte, dem Baukunstarchiv NRW, der Technischen Universität Dortmund sowie dem Liaison Office Osteuropa/Zentralasien der Universitätsallianz Ruhr realisiert.

Die Ausstellung widmet sich der Gefährdung und Zerstörung des gemeinsamen ukrainisch-deutschen Kulturerbes infolge des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine. Im Mittelpunkt stehen historische Orte im Süden und Osten des Landes, in denen seit dem 18. Jahrhundert deutsche Gemeinschaften lebten und deren bauliches Erbe heute beschädigt oder bedroht ist.

Gezeigt werden Fotografien aus den vom Krieg betroffenen Regionen, ergänzt durch Archivmaterial aus den Beständen des Museums für russlanddeutsche Kulturgeschichte in Detmold. Die von Irina Unruh kuratierte Ausstellung lädt zur Auseinandersetzung mit historischen Verflechtungen und aktuellen Fragen des Kulturerhalts ein.

Mit seinem Engagement unterstützt das Liaison Office der UA Ruhr den wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Austausch mit Osteuropa und setzt Impulse für den Dialog über Erinnerungskultur, Kulturerbe und aktuelle Entwicklungen in der Region.

Ort: Baukunstarchiv NRW, Ostwall 7, Dortmund
Vernissage: 25. Juni 2026, 19:00 Uhr
Anmeldung zur Vernissage bis 17.06.2026: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.


Russlanddeutscher Kulturpreis 2026 ausgeschrieben

Innenminister Thomas Strobl hat den Russlanddeutschen Kulturpreis 2026 des Landes Baden-Württemberg ausgelobt. In diesem Jahr werden Publikationen prämiert, die sich mit Geschichte, Kultur, Identität und Gegenwart der Deutschen aus Russland befassen.

Der Preis steht unter dem Motto „Publizistik: Geschichte zwischen Gestern und Heute“ und soll die kulturellen Leistungen der Russlanddeutschen stärker sichtbar machen sowie ihre Teilhabe fördern.

Ausgelobt werden ein Hauptpreis (5.000 Euro) sowie zwei Förderpreise (je 2.500 Euro) für Nachwuchstalente. Alternativ kann ein Förderpreis als Ehrengabe für ein Lebenswerk vergeben werden.

Bewerbungen und Vorschläge können bis zum 15. Juni 2026 beim Haus der Heimat des Landes Baden-Württemberg in Stuttgart eingereicht werden. Über die Vergabe entscheidet eine Jury.