Aktuelles - November 2026
Du möchtest wissen, was extern oder intern bei uns los ist? Dann bist du hier genau richtig. Hier findest du verschiedene aktuelle Veranstaltungen.
Broken Roots – Meine Geschichte. Unser Erbe. Meine Haltung.
Ein Barcamp über Herkunft und Identität für junge Russlanddeutsche und Spätaussiedler*innen (zwischen 18 und 35 Jahren)
Start: Freitag, 27. November 2026 um 14 Uhr
Ende: Sonntag, 29. November 2026 um 16 Uhr
Akademie am Tönsberg, c/o Villa Welschen in Oerlinghausen
Es gibt Fragen, die ungern in der Familie gestellt und auch in der Schule nicht behandelt werden – und die uns trotzdem biografisch berühren. Wo liegt das Dorf, aus dem meine Vorfahren deportiert wurden? Warum spüren wir die Erschütterungen von Ereignissen, die tausende Kilometer entfernt passieren, bis in unsere eigenen Wohnzimmer? Und warum höre ich zuhause manchmal etwas ganz anderes als das, was um mich herum gesagt wird?
Mit „Broken Roots“ laden wir dich zu einem Barcamp ein, das genau diese Spannungen aufgreift. Wenn der moralische Druck von allen Seiten zunimmt, braucht es einen geschützten Raum für vertraulichen Austausch. Wir verknüpfen persönliche Familiengeschichten mit historischen Brüchen – wie dem 85. Jahrestag der Deportation der Deutschen in der Sowjetunion – und den drängenden Fragen unserer Gegenwart. Gemeinsam wollen wir Haltungen entwickeln, Widersprüche aushalten und innere Klarheit finden in einer Zeit, in der das Sprechen übereinander oft das Sprechen miteinander verdrängt.
Das Barcamp ist eine partizipative Veranstaltungsform, in der Impulse aus der Gruppe heraus entstehen und sich der Austausch dynamisch entfaltet. Das Format lebt davon, dass alle eigene Perspektiven, Projekte und Fragen mitbringen und in selbst gestalteten Sessions miteinander teilen, diskutieren und weiterentwickeln. Fühlt euch herzlich eingeladen, mitzuwirken!
Für die inhaltliche Rahmung sind fachliche und didaktische Impulse von Edwin Warketin, Dietmar Schulmeister und Dr. Nike Alkema geplant.
Wenn du dabei sein möchtest, sende ein kurzes Motivationsschreiben an
mit dem Betreff: „Barcamp Broken Roots“, in dem du formulierst, was du in das Barcamp-Format einbringen möchtest.
Anmeldeschluss ist der 8. November 2026. Die Plätze sind begrenzt. Die Teilnahme ist kostenfrei. Fahrtkosten können nicht erstattet werden.
Ein gemeinsames Projekt von Demokratie in Partnerschaft e.V., Akademie am Tönsberg e.V. und dem Kulturreferat für Russlanddeutsche, gefördert durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen.
Preisverleihung des (Spät-)Aussiedlerpreises „Fokus: Teilhabe“
5. November 2026
16:30 bis 18:00 Uhr (anschließender Empfang bis ca. 19:00 Uhr)
Leibnizsaal im Leibnizhaus, Holzmarkt 5, Hannover
Unter dem Motto „Miteinander – sichtbar!“ werden Projekte ausgezeichnet, die die gesellschaftliche und kulturelle Teilhabe von oder für Spätaussiedlerinnen und Spätaussiedler in Niedersachsen stärken und ihre Perspektiven sichtbar machen.
Die Veranstaltung wird von der Journalistin Tamina Kutscher moderiert. Im Rahmen eines Podiumsgesprächs unter dem Titel „Miteinander – sichtbar! Identität, Zugehörigkeit und Perspektiven von Spätaussiedlerinnen und Spätaussiedlern“ diskutieren Dr. Nino Aivazishvili-Gehne, Viktor Funk und Amy Schumacher. Anschließend werden die Preisträgerinnen und Preisträger geehrt. Abgerundet wird die Preisverleihung durch musikalische Beiträge.
Im Anschluss bietet ein Empfang mit kleinem Imbiss die Gelegenheit zum Austausch.
Bitte melden Sie sich bis zum 3. November 2026 unter dem folgenden Link an.
Vortrag: „Ein Lied, das die Mutter mir sang“
Das Lied „Heimweh“ als Spiegelbild des 20. Jahrhunderts der Deutschen
im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Frauen der Geschichte“ des Vereins KulturA-Z
10.11.2026, 18 Uhr
Soest, Kolping-Bildungswerk, Nottebohmweg 2-8
Der Kulturreferent Edwin Warkentin nimmt das Publikum mit auf die erstaunliche Reise eines Liedes, das Generationen von Deutschen mit dem Gefühl von Heimat, Verlust und Sehnsucht verbunden haben. Kaum ein Lied erzählt so eindrucksvoll von Wanderungen, Brüchen und kulturellen Umbrüchen wie „Heimweh“.
Ausgehend von der Zeile „Ein Lied, das die Mutter mir sang“ verfolgt Warkentin die Geschichte des Liedes von seiner Entstehung im amerikanischen Unterhaltungstheater über die Operettenbühne der Zwischenkriegszeit bis zu seiner Aneignung durch Kriegsgenerationen, Vertriebene und deportierte Russlanddeutsche.
Der Vortrag beleuchtet zugleich die Lebens- und Verfolgungsgeschichten der an der Entstehung und Verbreitung beteiligten Künstler – insbesondere Irving Berlin und Fritz Löhner-Beda – und fragt danach, wie aus einem ursprünglich ganz anderen Kontext ein vermeintliches „Volkslied“ über Heimatverlust und Vertreibung werden konnte. Historische Tonaufnahmen machen die unterschiedlichen Stationen dieser ungewöhnlichen musikalischen Reise hörbar.
So wird „Heimweh“ zu mehr als einem Lied über Sehnsucht: Es erzählt von Migration und Verfolgung, von Krieg und Vertreibung, von Erinnerung und Weitergabe – und davon, wie Menschen einem Lied im Laufe der Geschichte eine eigene Bedeutung geben.
»Fische im Trüben«: Lesung und Gespräch mit Elli Unruh in Düsseldorf
12. November 2026, 18:30 Uhr | Düsseldorf
Gerhart-Hauptmann-Haus
Bismarckstraße 90, 40210 Düsseldorf
Elli Unruh erzählt in ihrem Roman »Fische im Trüben« die Geschichte einer deutsch-mennonitischen Familie, die bis Ende der 1980er Jahre im südlichen Kasachstan in der Sowjetunion lebte. Sie führt zurück zu den Vorfahren, Großeltern und Eltern und erzählt von Menschen, deren Lebenswege durch historische Umbrüche und wechselnde Lebensorte geprägt wurden.
Die Lesung und das Gespräch werden von Edwin Warkentin moderiert.
Eine gemeinsame Veranstaltung der Stiftung Gerhart-Hauptmann-Haus und des Kulturreferats für Russlanddeutsche
Theatergastspiel „Selbstportrait zwischen Steppe und Wald“ eröffnet das Festival JULA
Am 26. November 2026 eröffnet das XIX. Internationale Jugendtheater- und Musikfestival JULA in München mit dem Theaterstück „Selbstportrait zwischen Steppe und Wald“, ein Soloabend mit Alexej Lochmann, Berliner Ensemble. Produktion des Deutschen Theaters Berlin.
Im Mittelpunkt des autobiografisch-dokumentarischen Stücks steht die Familiengeschichte von Alexej Lochmann. Geboren in Qaraghandy (Kasachstan) und aufgewachsen im Hamburg der 1990er-Jahre als Kind einer Spätaussiedlerfamilie, begibt er sich auf eine persönliche Spurensuche nach Identität, Herkunft und Heimat. Mit einem russlanddeutschen Vater und einer ukrainisch-russischen Mutter verbindet seine Biografie unterschiedliche kulturelle Prägungen und Erfahrungen. Das Stück erzählt von Migration, familiären Wurzeln und einer über Länder und politische Systeme verstreuten Familie – und von der Frage, wo der eigene Platz in der Welt zu finden ist.
Entwickelt wurde die Produktion von Alexej Lochmann gemeinsam mit dem aus Sibirien stammenden Regisseur Nikita Betekhtin, der kurz nach Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine seine Heimat verlassen musste. Beide persönlichen Perspektiven prägen die Auseinandersetzung mit Herkunft, Zugehörigkeit und dem Verhältnis zwischen individueller Biografie und politischen Umbrüchen.
Das Gastspiel eröffnet das vom Kinder- und Jugendverband JunOst, Landesverband Bayern e. V., veranstaltete Festival JULA, das vom 26. bis 29. November 2026 Künstlerinnen und Künstler sowie Theaterschaffende aus verschiedenen Ländern Europas zusammenbringt. Das Festival verbindet künstlerische Begegnung mit interkulturellem Dialog und setzt sich für die gesellschaftliche Teilhabe junger Menschen mit und ohne Migrationsgeschichte ein.
Im Anschluss an die Aufführung findet ein Publikumsgespräch mit dem Theaterteam und Edwin Warkentin, Kulturreferent für Russlanddeutsche am Museum für russlanddeutsche Kulturgeschichte in Detmold, statt. Im Mittelpunkt stehen Fragen von Identität, Integration, Zugehörigkeit und Heimatgefühl sowie deren Bedeutung vor dem Hintergrund aktueller gesellschaftlicher und politischer Entwicklungen.
Das Gastspiel wird aus Mitteln des Beauftragten der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten gefördert.
26.11.2026, Einstein Kultur, München
Beginn: 18:15 Uhr mit einem Festakt, Theateraufführung um 19:00 Uhr, anschließend Publikumsgespräch
Junge russlanddeutsche und postsowjetische Perspektiven – Geschichte, Erinnerung und Zugehörigkeit im Gespräch
4. Dezember 2026 | Deutsche Gesellschaft e.V., Mauerstr. 83/84, Berlin
18:30–20:00 Uhr, anschließend kleiner Empfang (Einlass: 18:00 Uhr)
Im Projekt „Gemeinsam Erinnern – Inklusive Erinnerungskultur in der postmigrantischen Gesellschaft“ haben junge Erwachsene eigene Bildungs-, Kunst- und Erinnerungsprojekte zu russlanddeutscher Geschichte, Migration, Familienerinnerungen und Zugehörigkeit entwickelt. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie russlanddeutsche Erfahrungen stärker in der deutschen Erinnerungskultur sichtbar und zugleich mit weiteren postsowjetischen und postmigrantischen Perspektiven in Beziehung gesetzt werden können.
Das Projekt knüpft an die seit 2022 gemeinsam entwickelten Formate zur Geschichte, Gegenwart und Erinnerung junger Russlanddeutscher an. Die 2026 grundlegend relaunchte Projektwebseite www.junge-russlanddeutsche.de bündelt die Ergebnisse dieser Arbeit – von „denK.Orte“, „Junge Russlanddeutsche und der Ukrainekrieg“ und „Gestern „Die Mitgebrachten“ – heute „Generation PostOst“ bis zu den aktuellen Teilnehmerprojekten aus „Gemeinsam Erinnern?“.
Das Kamingespräch mit Dr. Bernd Fabritius, Beauftragter der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationalen Minderheiten nimmt die Ergebnisse des aktuellen Jahrgangs zum Ausgangspunkt, bezieht aber bewusst auch Erfahrungen früherer Projektjahre ein. In einem dialogischen Rahmen werden ausgewählte Arbeiten vorgestellt und gemeinsam diskutiert: Welche Themen und Herausforderungen ziehen sich durch die vergangenen Jahre? Wie können russlanddeutsche und postsowjetische Perspektiven stärker in einer vielfältigen Erinnerungskultur verankert werden – und wie lässt sich die gemeinsame Arbeit fortsetzen?
Theaterperformance „Das Haus“ von Pia Alena Wagner
17. Dezember 2026, 19 Uhr | MIGRApolis Bonn
„Wenn ich darüber rede, sage ich höchstens: Wir waren Russlanddeutsche.“
In ihrer eindringlichen Solo-Performance „Das Haus“ begibt sich Pia Alena Wagner auf eine persönliche und zugleich generationenübergreifende Spurensuche nach Herkunft, Geschichte und Zugehörigkeit. Aus Fotografien, gezeichneten Bildern, dokumentarischen Fragmenten und dem Körper der Performerin entsteht ein vielschichtiges Mosaik familiärer Erinnerung.
Wagner schlüpft in unterschiedliche Rollen, füllt Leerstellen der Überlieferung und lässt vergangene Lebenswelten wieder lebendig werden. Im Zentrum steht die Geschichte ihrer Großeltern, deren Lebenswege von den Umbrüchen des 20. Jahrhunderts geprägt wurden: von Oktoberrevolution und Nationalsozialismus über den Zweiten Weltkrieg bis hin zur sowjetischen Nachkriegsordnung.
Zwangsumsiedlung, Mitläufertum, Schuld und Überleben werden dabei ebenso körperlich erfahrbar wie die Weitergabe von Erinnerungen, das familiäre Schweigen und die Frage, was von der Vergangenheit in den nachfolgenden Generationen weiterlebt.
Pia Alena Wagner ist Performerin, Schauspielerin und Tänzerin mit Schwerpunkt Physical Theatre. In ihren Arbeiten verbindet sie körperbasiertes Spiel mit dokumentarischem Material und autobiografischen Fragestellungen. Sie ist Mitbegründerin des atelier automatique in Bochum.
„Das Haus“ eröffnet einen ebenso persönlichen wie gesellschaftlich relevanten Zugang zur Geschichte der Russlanddeutschen. Die Performance lädt dazu ein, über Heimat, Identität und Zugehörigkeit nachzudenken und sich mit den Spuren auseinanderzusetzen, die historische Erfahrungen in Familienbiografien und im kollektiven Gedächtnis hinterlassen.
Die Veranstaltung findet in Kooperation des Kulturreferates für Russlanddeutsche am Museum für russlanddeutsche Kulturgeschichte mit dem Bonner Institut für Migrationsforschung im MIGRApolis Bonn statt
Fulminanter Auftritt von Wladimir Kaminer im Forum der AHF
Veranstaltungsbericht von Simon Schendel, Q2 Gymnasium der August-Hermann-Francke-Schulen, Detmold
“Das Geheime Leben der Deutschen“, so heißt das neue Buch des Bestsellerautors Wladimir Kaminer. In seinem humoristischen Werk präsentiert er Entdeckungen und Beobachtungen aus dem deutschen Alltag und karikiert unser Land auf liebevolle und unverwechselbare Weise. Dem Literaturbüro OWL in Kooperation mit dem Kulturreferat für Russlanddeutsche gelang es, den welterfahrenen Schriftsteller in die Stadt des Hermanns zu locken, welcher er nicht zum ersten Mal einen Besuch abstattete. Er liebe Detmold, gestand Kaminer. Vor lippischem Publikum erzählte und verlas er seine amüsanten Kurzgeschichten: präzise Analyse und Menschenkenntnis, gepaart mit einem frechen, treffsicheren Humor. Sein markanter russischer Akzent ist unverkennbar. Es wurde viel und herzlich gelacht. Die Lesung fand in der Aula unseres August-Hermann-Francke-Gymnasiums statt. Auch einige Schüler, vor allem aus den Deutsch-Leistungskursen, wohnten der Veranstaltung bei. Insgesamt stieß Kaminer bei seinem Publikum auf ausgezeichnete Resonanz. Musikalisch untermalt wurde der Abend durch den virtuosen Gitarristen Ozan Coşkun, der sein Können auf der elektrischen und der akustischen Gitarre unter Beweis stellte.
Anderthalb Stunden vor der Lesung stand Kaminer für ein Gespräch mit den Schülerinnen und Schülern zur Verfügung. Auf Fragen der Anwesenden ging er ausführlich ein, teilte seine Gedankengänge und erzählte Geschichten aus seinem Leben – Anekdoten aus seiner Sowjet- und DDR-Zeit, seinem Dasein als populärer Schriftsteller und Auffassungen zur Literatur und zum Leben an sich. Auf faszinierende Weise legte er seinen Schaffensprozess dar, wie sich aus einer alltäglichen Betrachtung eine Geschichte, etwas Erzählbares formt. An Fiktion glaube er nicht. Alle Geschichten seien, auf unterschiedliche Art und Weise, das Abbild einer Beobachtung des echten Lebens. Er schreibe auf Deutsch, da er zu dieser Sprache eine hilfreiche Distanz habe. In einer Fremdsprache schreibe er nicht nach losem Bauchgefühl, sondern treffe jede sprachliche Entscheidung viel bewusster. Auch habe der atheistisch sozialisierte ehemalige Sowjetbürger durch das Schreiben einen Zugang zu religiösen Gedanken gewonnen. Hinter der Geschichte der Menschheit, so meinte er, müsse ein genialer Autor stecken – mit einem einzigartigen Humor.
Gegen Ende der Veranstaltung, nach einem eindrucksvollen Solostück des Gitarristen, entfaltete Kaminer seine Gedanken und Beobachtungen zu Detmold. Insbesondere sprach er von der faszinierend skurrilen Theorie der „Hermannisierung“. In einem russischen Magazin erfuhr er von der ungewöhnlichen These, dass Russlanddeutsche sich ganz bewusst in der Nähe des gut fünfzig Meter hohen Cheruskerfürsten ansiedeln würden. Die Präsenz Hermanns gebe ihnen ein Gefühl der Verbundenheit zu ihrer deutschen Identität. Unter dem Titel „Herrmanns Detmold“ widmete er der Stadt auch ein Kapitel in seinem neuen Buch. Lipper lachen gern über sich selbst, das stellten sie an diesem Abend unter Beweis. Wie passend, dass die Veranstalter dem Autor als Symbolgeschenk zum Ende des Abends eine Hermann-Miniatur überreichten.
Videomitschnitt: „Unser Schnee von heute“ – Russlanddeutsche Literatur im Gespräch
Der Videomitschnitt der Lesung und Gesprächsrunde „Unser Schnee von heute“ vom 9. Oktober 2026 im Literaturforum im Brecht-Haus Berlin ist jetzt verfügbar. Die Veranstaltung fand als Begleitprogramm zur Verleihung des Georg-Dehio-Kulturpreises 2026 statt. Ausgezeichnet wurde der Literaturkreis der Deutschen aus Russland e. V., der für seine inzwischen 30-jährige Arbeit den Förderpreis erhielt.
Im Mittelpunkt des Abends stand der aktuelle Almanach des Literaturkreises mit Texten russlanddeutscher Autorinnen und Autoren. Über Fremdsein, Identitäts- und Heimatverlust sowie die Suche nach einer neuen Heimat sprachen und lasen Artur Böpple (Vorsitzender des Literaturkreises), Melitta L. Roth (Autorin und Journalistin) und Eleonora Hummel (Autorin). Die Moderation übernahm Edwin Warkentin.
Die Veranstaltung war eine Kooperation des Deutschen Kulturforums östliches Europa mit dem Kulturreferat für Russlanddeutsche und dem Bayerischen Kulturzentrum der Deutschen aus Russland (BKDR).
Rückblick: “Nach Deportation und Trudarmee - Russlanddeutsche Familien zwischen Erinnerung und Bewältigung”
Wie wirken die Erfahrungen von Deportation und Trudarmee bis in die Gegenwart nach? Und wie gingen die Betroffenen und ihre Nachkommen mit diesem schweren Erbe um? Diese Fragen standen im Mittelpunkt einer Vortrags- und Diskussionsveranstaltung am 19. Oktober 2026 in Heidelberg, die historische und psychotherapeutische Perspektiven miteinander verband.
Nach dem Auftakt durch Dr. Jasmin Söhner und Stella Gushakowski über den historischen Hintergrund von Deportation und Trudarmee, beleuchteten Diplom-Psychologe Alexander Frohn und unser Mitarbeiter Simon Wiebe die Folgen von Deportation, Zwangsarbeit und Verfolgung. Unter der Moderation von Dr. Bettina Kaibach ging es um die Bewältigungsstrategien russlanddeutscher Familien, die Bedeutung der Religion im Umgang mit dem Erlebten und die Frage, wie sich Traumata über Generationen hinweg auswirken können.