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Aktuelles - Oktober 2026

Du möchtest wissen, was extern oder intern bei uns los ist? Dann bist du hier genau richtig. Hier findest du verschiedene aktuelle Veranstaltungen.

Post Ost NOW! – Festival für Performance, Tanz und Literatur

2.–4. Oktober 2026 | Aachen

Vom 2. bis 4. Oktober 2026 lädt das Kulturhaus Barockfabrik Aachen zum interdisziplinären Festival Post Ost NOW! ein. Performances, Tanz, Literatur, Workshops und Gespräche widmen sich Erinnerung, Identität, Sprache und transgenerationalen Erfahrungen.

In Kooperation mit dem Kulturreferat für Russlanddeutsche findet am 3. Oktober von 16:00 bis 17:30 Uhr ein öffentlicher Paneltalk statt. Im Mittelpunkt stehen Familiengeschichten und Migrationserfahrungen aus postsowjetischen und postsozialistischen Kontexten. Welche Erfahrungen und Narrative wirken bis heute nach? Welche Geschichten bleiben unsichtbar – und welche neuen Perspektiven entstehen daraus?

Auf dem Podium diskutieren Edwin Warkentin, Elina Penner, Ekaterina Thor, Olga Blank und Jessy James LaFleur.

Post Ost NOW! ist eine Veranstaltungsreihe von ARTbewegt e. V. und Literaturbüro EMR e. V.


»Unser Schnee von heute«. Zur Aktualität der russlanddeutschen Erinnerungskultur

9. Oktober 2026, 19:00 Uhr | Literaturforum im Brecht-Haus Berlin, Chausseestraße 125, 10115 Berlin

Anlässlich der Verleihung des Georg-Dehio-Kulturpreises 2026 (Förderpreis) an den Literaturkreis der Deutschen aus Russland e. V. wird der aktuelle Almanach »Unser Schnee von heute« vorgestellt. Seit 30 Jahren widmet sich der Literaturkreis der Förderung russlanddeutscher Literatur und Kultur.

Die Beiträge des neuen Almanachs beschäftigen sich mit Erfahrungen von Fremdsein, Identitätsverlust, Heimatsuche und Heimatverlust – Themen, die auch in einer von Migration geprägten Gegenwart von großer Aktualität sind.

Über die Bedeutung russlanddeutscher Literatur und Erinnerungskultur sprechen Artur Böpple, Melitta L. Roth und Eleonora Hummel. Die Veranstaltung wird von Edwin Warkentin moderiert.

Eintritt: 6 €, ermäßigt 4 €
Einlass: ab 18:30 Uhr


»Fische im Trüben«. Lesung und Gespräch mit Elli Unruh in Düsseldorf

12. November 2026, 18:30 Uhr | Gerhart-Hauptmann-Haus, Bismarckstraße 90, 40210 Düsseldorf

Elli Unruh erzählt in ihrem Roman »Fische im Trüben« die Geschichte einer deutsch-mennonitischen Familie, die bis Ende der 1980er Jahre im südlichen Kasachstan in der Sowjetunion lebte. Sie führt zurück zu den Vorfahren, Großeltern und Eltern und erzählt von Menschen, deren Lebenswege durch historische Umbrüche und wechselnde Lebensorte geprägt wurden.

Zwischen Tradition, Religion und eigener Sprache suchen sie nach Halt und Orientierung. So entsteht ein vielschichtiges Familienbild, das zugleich von Migration, Erinnerung und dem Weitergeben von Erfahrungen über Generationen hinweg erzählt.

Elli Unruh, 1987 in Georgijewka/Kasachstan geboren, wuchs in Süddeutschland auf und arbeitet heute am Deutschen Literaturarchiv Marbach. Im März 2026 wurde ihr Roman »Fische im Trüben« für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert.

Die Lesung und das Gespräch werden von Edwin Warkentin moderiert.

Eine gemeinsame Veranstaltung der Stiftung Gerhart-Hauptmann-Haus und des Kulturreferats für Russlanddeutsche.


Rückblick: Deportation und Erinnerung – 85. Jahrestag der Zwangsumsiedlung der Russlanddeutschen 1941. Veranstaltung und Konferenz.

Am 18. September 2026 fand im Dokumentationszentrum Flucht, Vertreibung, Versöhnung in Berlin die Gedenk- und Diskussionsveranstaltung „Deportation und Erinnerung – 85. Jahrestag der Zwangsumsiedlung der Russlanddeutschen 1941“ statt. Sie stieß auf reges Interesse und erinnerte an die Deportationen von 1941 und ihre bis heute nachwirkenden Folgen.

Besonders bewegend und tiefgründig war der Beitrag der Historikerin Irina Scherbakowa, Mitbegründerin von Memorial International. In der anschließenden Podiumsdiskussion wurde die Bedeutung der Erinnerung an die Deportationen für die Gegenwart und die gesamtgesellschaftliche Erinnerungskultur diskutiert.

Vom 18. bis 20. September fand am selben Ort die internationale wissenschaftliche Tagung „Vor 85 Jahren: Deportation der Deutschen in der Sowjetunion 1941“ statt. Ausgewählte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler präsentierten neue Erkenntnisse und diskutierten unterschiedliche Zugänge zur Geschichte der Deportationen, ihren Folgen und ihrer Erinnerung.

Die Tagung wurde von der Wissenschaftlichen Kommission für die Deutschen in und aus Osteuropa, Sibirien, Zentralasien und Kaukasien (WKDO) veranstaltet und fand in Kooperation mit dem Nordost-Institut (IKGN) Lüneburg, dem Museum für russlanddeutsche Kulturgeschichte, dem Kulturreferat für Russlanddeutsche und dem Dokumentationszentrum Flucht, Vertreibung, Versöhnung statt. Schirmherrschaft und finanzielle Unterstützung gewährte der Beauftragte der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten. Die Gedenkveranstaltung war eine Kooperation des Bundesinstituts für Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa, dem Museum für russlanddeutsche Kulturgeschichte und dem Kulturreferat für Russlanddeutsche.

Alle Beiträge der wissenschaftlichen Tagung können bereits auf dem YouTube-Kanal des Dokumentationszentrums Flucht, Vertreibung, Versöhnung angesehen werden. Eine Publikation der Fachbeiträge ist geplant. Auch die Beiträge der Gedenkveranstaltung sollen in einer eigenen Publikation dokumentiert werden.


Videoaufzeichnung aus Köln: »Kyrgyzstan Diaries« 

Gemeinsam mit dem Lew Kopelew Forum präsentierte das Kulturreferat für Russlanddeutsche ab dem 3. September 2026 in Köln die Ausstellung »Kyrgyzstan Diaries« der Fotografin Irina Unruh. Die fotografische Arbeit entstand im Zusammenhang mit der Feier zum 100-jährigen Bestehen der Gemeinde Bergtal in Kirgistan.

Im Rahmen der Ausstellung fand am 14. September im Lew-Kopelew-Forum die Buchpräsentation von »Fische im Trüben« mit der Autorin Elli Unruh statt. Der Roman stand 2026 auf der Shortlist für den Preis der Leipziger Buchmesse.

Beide Veranstaltungen wurden von der Journalistin und Osteuropaexpertin Katharina Heinrich moderiert und sind nun als Videoaufzeichnungen verfügbar.

Die Mitschnitte sind auf dem YouTube-Kanal des Lew Kopelew Forums zu sehen.


Baustellenupdate zum “WIR-Archiv”: Ein Blick hinter die Kulissen des neuen Ausstellungsprojekts

Eröffnung am 17. Oktober im Museum für russlanddeutsche Kulturgeschichte

Es geht voran, hinsichtlich unserer neuen Ausstellung - dem WIR-Archiv.

Wir konzipieren einen Raum in dem Du Deine Erfahrungen mitteilen kannst. Hier finden Geschichten mit und ohne russlanddeutschen Hintergrund Platz.

Hier kommt ein kleiner Einblick hinter die Kulissen:


“Post-Gulag-Frömmigkeit“ bei russlanddeutschen Mennoniten - Promotion von Heinrich Wiens

Unser Mitarbeiter Heinrich Wiens wurde an der Freien Universität Amsterdam mit der Arbeit „Sein und Sollen einer Kirche unter Diktatur: Selbstbilder von Russlanddeutschen mit mennonitischer Tradition im Spiegel ihrer Autobiographien“ promoviert.

Wiens untersucht darin, wie russlanddeutsche Mennoniten ihre Frömmigkeit unter dem stalinistischen Terror nicht nur bewahrten, sondern auch neu gestalteten. Grundlage seiner Studie sind Autobiografien aus dem Archiv des Museums, die nach der Einwanderung verfasst wurden und die er als theologische Narrationen und damit als Glaubenszeugnisse liest.

Dabei arbeitet er das Konzept einer „Post-Gulag-Frömmigkeit“ heraus. Diese deutet das Überleben als Zeichen göttlichen Schutzes, ist stark auf den Himmel ausgerichtet, erfährt die Gemeinde als geistlichen Halt und versteht den verinnerlichten Glauben als Widerstand gegen den atheistischen Staat.

Die Ergebnisse widersprechen der sowjetischen Annahme, Kirche verschwinde unter Repression. Vielmehr können Leidensgeschichten zu einer Form aktiver Sinnstiftung und zur Bewahrung religiöser Identität werden.

Betreut wurde die Arbeit von Prof. Dr. Fernando Enns und Dr. Katharina Neufeld.


Themenreihe am Nordost-Institut auch per Live-Stream

Gerne möchten wir auf die Herbstreihe “Erinnern. Verstehen. Weitergeben.” des Nordost-Instituts hinweisen. Die Vorträge können über den Videokanal des Instituts live verfolgt und anschließend auch nachträglich angesehen werden.

Zwei Vorträge haben bereits stattgefunden und stehen unter dem folgenden Link zur Verfügung: