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OpenStage



Am 15. November 2025 fand zum zweiten Mal die Open Stage von o[s]tklick in Zusammenarbeit mit dem Kulturreferat für Russlanddeutsche statt, dieses Mal in Stuttgart. Elli Unruh las eindrücklich aus ihrem Roman „Fische im Trüben“ über das Leben einer deutschstämmigen Familie in Kasachstan der 1970er Jahre. Die Songwriterin Sarah Penalba sang mehrere Popsongs, Katharina Eggert trug eigene Lyrik vor und Juliane Lipp stellte ihr Magazin Jolki Palki! über russlanddeutsche Kultur und Geschichte vor. Im Anschluss wurde die Möglichkeit des Get-Together auch noch rege genutzt, es kam zu lebhaften Gesprächen und neuen Kontakten – vielen Dank an alle, die dabei waren.

  • Elli Unruh: Fische im Trüben

    Interview

    Bei der Open Stage am 15. November 2025 las die Autorin Elli Unruh aus ihrem im September im Transit Verlag erschienenen Roman „Fische im Trüben“. Im Interview spricht Elli über die Hintergründe des Romans, der vom Leben einer deutschstämmigen Familie im Kasachstan der 1970er Jahre erzählt.

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  • Jolki Palki! Magazin über russlanddeutsche Identität, Kultur und Geschichte

    Interview

    Bei der Open Stage am 15. November 2025 stellte die Designerin Juliane Lipp das von ihr herausgegebene Magazin Jolki Palki! über russlanddeutsche Identität, Kultur und Geschichte vor. Im Interview spricht sie über die Hintergründe des Magazins.

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  • Recap-Video der Open Stage in Stuttgart

    Video

    Mit dabei waren tolle Beiträge von Elli Unruh, Katharina Eggert, Sarah Penalba und Juliane Lipp. Und vor allem: ihr! Ihr habt alle den Abend zu einem unvergesslichen Erlebnis gemacht. Ein riesiges Dankeschön auch an das Team des Utopia Kiosk für die tolle Zusammenarbeit.

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Unausgesprochenes

BARCAMP Unausgesprochenes

Wie lassen sich traumatische Erfahrungen der Russlanddeutschen künstlerisch und kulturell verarbeiten – und welche neuen Fragen ergeben sich mit Blick auf ihre transgenerationale Weitergabe? Dieses Thema bildet den Ausgangspunkt des Barcamps, das offene Denk- und Arbeitsräume für kreative Auseinandersetzungen eröffnet. Das Format lebt davon, dass die Teilgeber*innen eigene Perspektiven, Projekte und Fragen einbringen und in selbst gestalteten Sessions miteinander teilen, diskutieren und weiterentwickeln.

Ein Barcamp ist eine partizipative Veranstaltungsform, in der Impulse aus der Gruppe heraus entstehen und sich der Austausch dynamisch entfaltet. Gleichzeitig bietet es die Möglichkeit, eigene künstlerische, kulturelle oder forschende Zugänge auszuprobieren und im Dialog zu schärfen.

Veranstaltet wird das Barcamp vom Kulturreferat für Russlanddeutsche in Kooperation mit der Akademie am Tönsberg, an der die Veranstaltung auch stattfindet (Oerlinghausen). Ergänzend zum Werkstattcharakter der Tage gehört eine gemeinsame Exkursion in das Museum für russlanddeutsche Kulturgeschichte in Detmold zum Programm.

Inhaltlich verknüpft das Barcamp den 85. Gedenktag der Deportation der Russlanddeutschen mit aktuellen Fragen kultureller Erinnerung: Nach dem Überfall der Wehrmacht auf die Sowjetunion 1941 wurden ethnisch deutsche Bürgerinnen und Bürger kollektiv der Kollaboration beschuldigt, deportiert und repressiert. Obwohl die Bundesrepublik die Betroffenen später als besondere Opfergruppe anerkannte, blieb das damit verbundene Kollektivtrauma lange Zeit unausgesprochen. Viele seiner Wirkungen traten erst in den Folgegenerationen hervor – ein Phänomen, das heute als transgenerationale Weitergabe von Traumata gut erforscht ist. Das Barcamp schafft einen Raum, in dem Teilgeber*innen ihre künstlerischen Ansätze, Ideen und Projekte vorstellen und gemeinsam mit Expert*innen reflektieren können.

Zielgruppe: Kreative und Kulturschaffende zu russlanddeutscher Kultur, Geschichte und Gegenwart.

Bild Links: Abschlussfoto Barcamp 2026


Bild Recht: Theaterperfomance "Das Haus" von Pia Alena Wagner und Omar Guadarrama



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Menschen und Schicksale


Wie erlebten Russlanddeutsche den Zweiten Weltkrieg?

Zwischen Stalinismus und Nationalsozialismus, zwischen Zwangsarbeit und Widerstand, zwischen Ausgrenzung und Überleben geraten Einzelschicksale oft in Vergessenheit.

Edwin Warkentin, Kulturreferent für Russlanddeutsche, gibt in seinem Beitrag Einblicke in wenig beachteten und bekannte Perspektiven. Neben den kollektiven Erfahrungen der Deportation und Einsatz in der Arbeitsarmee erzählt er unteranderem von einer wolgadeutschen Partisanin im besetzten Minsk, einem Fußballtrainer, der vor seiner Deportation ein Erstligateam in Stalingrad coachte und selbst im Arbeitslager den geliebten Sport nicht aufgab, einem gläubigen Russlanddeutschen, der in NS- Verbrechen verwickelt wurde. Und einem jungen Studenten, der maßgeblich den Widerstand gegen Hitler prägte.

Der bebilderte Vortrag eröffnet einen vielschichtigen Blick auf Krieg, Trauma und Erinnerung mit neuen Aspekten auch 80 Jahre nach Kriegsende.

Der Vortrag war erstmalig am 6. Dezember um 17 Uhr im Museum für russlanddeutsche Kulturgeschichte zu hören. 

Weitere Termine: 10. Dezember um 19 Uhr in der Akademie am Tönsberg in Oerlinghausen. Alle Interessenten sind herzlich eingeladen!

Vortragsdauer: 70 Minuten.

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Under Broken Skies



Neuer Ausstellungsort:
Under Broken Skies. Ukrainisch-deutsches Kulturerbe an der Frontlinie

26. Juni – 9. August 2025, Baukunstarchiv NRW, Dortmund

Die Vernissage war am 25. Juni 2026, 19:00 Uhr. Im Video sind Impressionen der Vernissage zu sehen.


Der andauernde russische Angriffskrieg hat in der Ukraine nicht nur unermessliches menschliches Leid verursacht, sondern auch tiefe Wunden im kulturellen Gedächtnis des Landes hinterlassen. Diese Verluste betreffen nicht allein die Ukraine, sondern das gemeinsame europäische Kulturerbe.

 Mit der Ausstellung „Under Broken Skies. Ukrainisch-deutsches Kulturerbe an der Frontlinie“ wird ein eindringlicher Blick auf jene Orte geworfen, die im Schatten des Krieges stehen – und auf die kulturellen Spuren des Zusammenlebens von Ukrainern und Deutschen, die über Jahrhunderte in der Region hinterlassen wurden.

 Kuratiert wird die Ausstellung von der mehrfach international ausgezeichneten Fotokünstlerin Irina Unruh. Ergänzt wird die Schau durch historische Karten, Archivbilder und erläuternde Texte. Der begleitende Katalog bietet vertiefende historische Hintergründe sowie einen Essay des Berliner Autors Robert Faber, der die Erfahrungen der Schwarzmeerdeutschen mit den heutigen Erfahrungen der Ukrainer verknüpft und eine gemeinsame Erinnerungskultur reflektiert. Der Katalog wurde von der Designerin Elena Rohloff gestaltet.

 „Diese Ausstellung gibt den Menschen aus der Ukraine und allen, die sich der Geschichte der deutschen Minderheiten im östlichen Europa verbunden fühlen, einen Raum zum Austausch und setzt ein Zeichen der Solidarität mit ihnen und ihrer Heimat“, so Henrik Wüst, Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen in seinem Geleitwort zur Ausstellung.

Initiiert wird das Projekt von DEPART e.V., dem Kulturreferat für Russlanddeutsche, dem Rat der Deutschen in der Ukraine und dem Museum für russlanddeutsche Kulturgeschichte, gefördert vom Land NRW.


Bildergalerie zur Ausstellung

  • Eindrücke der Vernissage

  • Schrödermühle »Nadiia«, Stadt Huljajpole, Gebiet Saporischschja.

  • Petershagen, heute Petersgagen (Kutuzowka vor 2024), Gebiet Saporischschja. Ca. 1929.

    Aus dem Album von Eva Enns. Im Besitz von Angelika Reusch.

  • Kirche der Geburt der Heiligen Jungfrau Maria in Kamjanka, ehem. Mannheim, Gebiet Odesa.

  • Am Ufer des Dnipro im Stadtgebiet von Saporischschja. An der Stelle des 1927 gefluteten Dorfes Kitschkas, ehem. Einlage.

    Aufnahme aus dem Jahr 2000. Museum für russlanddeutsche Kulturgeschichte, Inv.Nr. 2025/458.

  • 1900 gebautes Haus eines deutschen Siedlers in Dolyniwka, ehem. Adelsheim, Gebiet Saporischschja.

    Aufnahme 2002. Museum für russlanddeutsche Kulturgeschichte, Inv.Nr. 2025/458.

    1900 gebautes Haus eines deutschen Siedlers in Dolyniwka, ehem. Adelsheim, Gebiet Saporischschja.
    Aufnahme 2002. Museum für russlanddeutsche Kulturgeschichte, Inv.Nr. 2025/458.

  • Ema Funk vor dem Elternhaus in Blumengart, Gebiet Saporischschja, aufgelöst 1943. Undatiert.

    Aus der Bildergalerie der Seite chortitza.org/bildergalerie/.

  • Innenansicht Windmühle in Hruschiwka, ehem. Alexanderkrone, Gebiet Saporischschja.


Pressemitteilung Zur Ausstellung

Zur Pressemitteilung

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Studienfahrt nach Kasachstan – Spurensuche und Begegnungen zwischen Europa und Asien

Bilder: Kulturreferat für Russlanddeutsche


Studienfahrt nach Kasachstan – Spurensuche und Begegnungen zwischen Europa und Asien

9.-19. Juni 2025 |
Veranstalter: Haus der Heimat Baden-Württemberg & Kulturreferat für Russlanddeutsche


In den Pfingstferien 2025 organisierte das Haus der Heimat Baden-Württemberg in Zusammenarbeit mit dem Kulturreferat für Russlanddeutsche eine besondere Studienfahrt für 30 Lehrkräfte weiterführender Schulen nach Kasachstan. Ziel der Reise war es, den Teilnehmenden vertiefte Einblicke in die vielfältige Geschichte, Kultur und Gesellschaft Kasachstans zu ermöglichen – mit einem besonderen Fokus auf die deutsche Minderheit im Land.

Bevor das offizielle Programm begann, wurde die Gruppe von der deutschen Botschaft in Astana von Botschafterin Monika Iwersen informiert. In ihrem Überblick über die aktuellen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklungen Kasachstans betonte sie die Rolle des Landes als stabilisierender Faktor in Zentralasien, aber auch die Herausforderungen durch die geopolitische Situation, Reformprozesse und die Pluralisierung der Gesellschaft. Das Gespräch bot einen fundierten Einstieg in die Thematik und warf einen ausgewogenen Blick auf ein Land zwischen Wandel und Kontinuität.

Bilder: Kulturreferat für Russlanddeutsche

Astana – Begegnungen, Bildung und Erinnerung

Die Reise begann in der Hauptstadt Astana, einem Ort mit einer sowjetischen Vergangenheit und einer modernen Gegenwart. Hier besuchte die Gruppe das erst vor drei Jahren eröffnete Deutsche Haus, in dem die Aktivitäten der deutschen Minderheit gebündelt werden. Als Sitz der Gesellschaftlichen Stiftung "Vereinigung der Deutschen Kasachstans "Wiedergeburt"“ werden von hier aus Kulturarbeit, Jugend- und Bildungsprojekte und soziale Aktivitäten landesweit koordiniert. Ein Schwerpunkt lag auf der Vorstellung eines anstehenden Schulbauprojekts, das künftig als Begegnungs- und Bildungszentrum für deutschsprachige Angebote dienen soll.

Zu Zeiten der Sowjetunion lebten bis zu einer Million Deutsche in Kasachstan – viele von ihnen Nachkommen der während des Zweiten Weltkriegs deportierten Russlanddeutschen. Heute sind es noch rund 220.000, womit die Kasachstandeutschen nach wie vor die fünftgrößte Minderheit in dem multiethnischen Land bilden. Sie bilden für Kasachstan ein wichtiges Bindeglied zur Bundesrepublik Deutschland.

Bilder: Kulturreferat für Russlanddeutsche

Ein eindrucksvoller Programmpunkt war der Besuch der Gedenkstätte ALZHIR, einem der bedeutendsten Erinnerungsorte an den stalinistischen Terror. Die Gedenkstätte erinnert an das Lager für sogenannte „Frauen von Volksverrätern". Dort wurden von 1938 bis 1950 Frauen und Kinder aus allen Landesteilen der Sowjetunion interniert, deren Ehemänner oder Väter den stalinistischen Säuberungen zum Opfer gefallen waren. Das Bewusstsein für die Tragweite dieses Ortes entwickelte sich in der früher mehrheitliche von Kasachstandeutschen bewohnten Siedlung Malinowka - dem heutigen Akmol - als der damalige Bürgermeister Iwan Scharf, nach dem Auffinden eines Massengrabes Recherchen anstellen ließ. Nach der Gewissheit ermittelte er Zeitzeuginnen und ließ eine erste Erinnerungsstätte errichten. Die Reisegruppe legte in Gedenken an die tausenden Schicksale der unschuldig verurteilten am Denkmal Blumen nieder. Der Ort hinterließ bei den Teilnehmenden einen bleibenden Eindruck und führte zu intensiven Gesprächen über politische Verfolgung, Identität und Erinnerungskultur.

Bilder: Kulturreferat für Russlanddeutsche

Begegnungen auf dem Land – Roschdestwenka / Kabanbay Batyr

Ein besonders eindrücklicher Programmpunkt war der Ausflug in das Dorf Roschdestwenka, das heute Kabanbay Batyr heißt – benannt nach einem kasachischen Kriegshelden des 18. Jahrhunderts, dessen historische Begräbnisstätte sich auf dem Gemeindegebiet befindet. Das Dorf gilt als das älteste deutsche Dorf auf dem Gebiet Kasachstans.

In Kabanbay Batyr kam die Gruppe mit einigen der wenigen verbliebenen Deutschen ins Gespräch, darunter Elsa und Valerij, die offen über ihren Alltag, ihre Familiengeschichte und den Wandel im Dorf erzählten. Im Laufe der letzten 30 Jahre sind mehr als 900.000 Menschen als deutsche Spätaussiedler nach Deutschland emigriert.

Ein symbolträchtiger Ort ist die ehemalige evangelisch-lutherische Kirche, die heute als Moschee genutzt wird. Der örtliche Imam berichtete kurz vor dem Freitagsgebet von der spannenden Geschichte des Gebäudes, das zu den architektonisch und historisch interessantesten der Siedlung zählt – ein eindrucksvolles Beispiel für den Wandel religiöser Identität und kulturellen Erbes in einem sich verändernden Kasachstan.

Bilder: Kulturreferat für Russlanddeutsche

Almaty – Kultur und Austausch im Süden

Im Süden des Landes stand die Metropole Almaty im Fokus, die als wirtschaftliches, wissenschaftliches und kulturelles Zentrum Kasachstans gilt. Die Studiengruppe besuchte hier unter anderem die Deutsch-Kasachische Universität, das Goethe-Institut sowie die Redaktion der Deutschen Allgemeinen Zeitung (DAZ).

Bilder: Kulturreferat für Russlanddeutsche

An der Deutsch-Kasachischen Universität kam es zu einem besonders lebendigen Austausch mit Studierenden, die offen und interessiert aus ihrem Unialltag an der einzigen deutschsprachigen Universität Zentralasiens berichteten. Die Gespräche boten spannende Einblicke in die akademische Ausbildung, den interkulturellen Alltag der Studierenden sowie ihre Perspektiven auf die deutsch-kasachischen Beziehungen.

Bilder: Kulturreferat für Russlanddeutsche

Ein besonderer Höhepunkt war der anschließende Besuch im Deutschen Theater Almaty, das in diesem Jahr sein 45-jähriges Jubiläum feiert. Der festliche Theaterabend stand daher nicht nur im Zeichen des dargebotenen Stücks, sondern war auch der bewegten Geschichte des Theaters gewidmet – einem wichtigen kulturellen Ankerpunkt für die deutsche Minderheit in Kasachstan.

Auf dem Weg zum Theater machte die Gruppe zunächst einen Zwischenstopp am Denkmal für Herold Belger, dem bedeutendsten Schriftsteller aus den Reihen der deutschen Minderheit in Kasachstan. Belger war eine prägende intellektuelle Figur, Brückenbauer zwischen Kulturen und engagierter Fürsprecher der deutschen Sprache und Literatur in Zentralasien. Sein Werk und Wirken stehen beispielhaft für die kulturelle Tiefe und Vielfalt der deutschen Minderheit im postsowjetischen Raum.

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Nach der eindrucksvollen Aufführung des Stücks „Wolgakinder“, basierend auf dem gleichnamigen Roman von Gusel Jachina, fand eine öffentliche  Veranstaltung statt. In einem intensiven Publikumsgespräch diskutierten die Autorin Gusel Jachina, Theaterleiterin Natascha Dubs und Kulturreferent Edwin Warkentin unter der Moderation von Anton Genza (DAZ) über die historische Erfahrung der Russlanddeutschen, Erinnerungskultur und die künstlerische Auseinandersetzung mit Identität, Sprache und Heimat.

Natur, Geschichte und Nomadenkultur

Einen Eindruck von der kasachischen Naturvielfalt erhielt die Gruppe im Nationalpark Buyratau, dessen Steppe, Wälder und Felsformationen einen Kontrast zur urbanen Moderne Astanas boten und das ökologische Bewusstsein in der Region verdeutlichten. Im Nationalpark leben neben seltenen auch endemische Tierarten, solche wie die fast nur in Kasachstan heimische Saiga-Antilope.

Einen weiteren landschaftlichen Höhepunkt bildete der Ausflug zum Jessik-Gebirgssee, eingebettet in die Ausläufer des Tienschan-Gebirges unweit von Almaty. Die Szenerie war nicht nur atemberaubend schön, sondern vermittelte auch ein Gespür für die geographische Vielfalt Kasachstans – zwischen Steppe, Gebirge und urbaner Verdichtung. Auch gilt dieses Gebiet als einer der letzten Rückzugsorte für den äußerst seltenen Schneeleoparden. Mit diesem Ausflugsziel erreichte die Gruppe den östlichsten Punkt der Reise: keine 300 Kilometer entfernt befindet sich die Grenze zum Uiguren-Gebiet der Volksrepublik China.

Bilder: Kulturreferat für Russlanddeutsche

Im Ethnocenter Nomad erhielt die Gruppe Einblicke in die Traditionen der kasachischen Nomadenkultur: die Kunst des Reitens, die Jagd mit Steinadlern und das Leben in der Jurte wurden ebenso anschaulich vermittelt wie die Bedeutung von Musik, Handwerk und Gastfreundschaft. Diese Begegnung mit der indigenen Kultur des Landes ergänzte auf eindrucksvolle Weise die zuvor behandelten Themen zur Geschichte der deutschen Minderheit.

Bilder: Kulturreferat für Russlanddeutsche

Die Studienfahrt eröffnete vielschichtige Perspektiven auf ein Land zwischen Europa und Asien, zwischen Vergangenheit und Neuanfang. Sie zeigte, wie lebendig und facettenreich die deutsche Minderheit in Kasachstan nach wie vor ist – als Teil der Gesellschaft, als Träger des kulturellen Gedächtnisses und als Brücke zwischen zwei Welten.

Die Reise hat nicht nur fachlich bereichert, sondern auch persönlich bewegt – und wird zweifellos in den Unterricht, die schulische Bildungsarbeit und die eigene Haltung zu Fragen von Migration, Erinnerung und kultureller Vielfalt einfließen.

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